Szigeht ihr doch!

Auch wenn ich in Biel jemanden kenne, der Richard Ashcroft zum Verwechseln ähnlich sieht – um ihn, also den Echten zu sehen, wäre ich sofort nach Budapest gereist. Aber ich kann im August keine Ferien nehmen. Deshalb: Geht ihr doch ans Sziget Festival, wir verlosen Pässe. 

An dem Festival auf der Donauinsel soll es ja vom Schachzelt bis zur Schaumparty alles geben (sowas hat Nina 2016 hier und hier geschrieben) und obendrauf ein Musikprogramm, dass einem schwindlig wird. 60 Bühnen!!! Ich habe, um einen Überblick zu schaffen, die Acts aus dem Hauptprogramm zusammengestellt, von denen es mich am meisten anscheisst, sie nicht sehen zu können. Abgesehen von Post Malone …

ELDERBROOK: Den Namen habe ich kürzlich in meinen Handynotizen gefunden (wo übrigens auch unerklärliche Dinge wie „I sing on saturday night between the bingo and the meat raffle“, „Compi vergessen“ oder „very drunk woman outside, it’s your mama“ stehen), aber ich hab keine Ahnung warum. Null Anhaltspunkt. Aber gut, nun kommt dieser Alexander Kotz, wie der britische Musiker und Produzent richtig heisst, am 8. August ans Sziget Festival und wird vielleicht Songs wie „Feels Like a Sunday„, „Woman“ oder „Talking“ spielen, die zwar längerfristig nicht überschäumend, aber doch sehr groovy sind. Also ich, ich seh mich dazu total in den Feierabend tanzen (könnte man dann übrigens auch wahnsinnig gut zu Jungle aus England).

BLACK MOUNTAIN: Mhm, ja, ich mag auch Psychedelic Rock. Am liebsten den, bei dem du, nachdem du den immer gleichen Punkt auf der Stromgitarre lange genug angestarrt hast, irgendwann magnetisch angezogen wirst und wie eine Flipperkastenkugel zwischen den Saiten hin und her schnellst. Den von den Kanadiern Black Mountain beispielsweise. Meditativ, aber im ungezähmten Sinne.

TAMINO: Wo ich grad schon so schön in Trance bin, geh ich zu Tamino über. Tami, das hab ich tatsächlich gedacht, als ich ihn zum ersten mal sah hörte. Der Belgier erfüllt mal wieder alle Kriterien, die ein Musiker braucht, um mich mental einzuverleiben: Er ist geheimnisvoll wie sonstwas, androgyn, mit einer Stimme, so besonders wie ein sehr sehr seltenes Tier. Bei Tamino ist man sich nie sicher, ist er Opernsänger oder ganz einfach Singer-Songwriter? Ist seine Musik dem europäischen Folk zuzuordnen, oder fernöstlichem Pop? Jedenfalls, soviel kann ich sagen, wäre sein Konzert mein Sziget-Moment gewesen. Vielleicht sowas wie Isaac Gracie letztes Jahr auf dem Gurten.

JAIN: Besonders weh tut es mir, dass ich diese Frau nicht zu sehen bekomme. Ihren Gute-Laune-Pop würde ich daheim zwar eher zum Kochen oder Putzen als zum ernsthaften Nachdenken hören, aber mein Interesse für die Französin als Live-Sängerin ist kein oberflächliches. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Jain mit ihrem chicen Akzent und ihren warmen Gefühlen für den afrikanischen Musikeinschlag die Massen am helllichten Tag, wenn alle noch ein bisschen träge sind, auf Touren bringt. Makeba makes by body dance for you …

YELLOW DAYS: Das Sziget Festival wäre auch eine sehr schöne Gelegenheit gewesen, endlich mal Yellow Days zu sehen, den ich letzten Herbst in Zürich leider verpasst habe.

MASEGO: Mit Reggae kann man mich ja jagen. Aber dieser Jamaikaner macht ja auch Trap House Jazz oder Emotion, wie er es nennt. Ich hätte gesagt, sein Sound ist vor allem sehr souly und R’n’By. Auf jeden Fall sexy. Ihn würde ich mir in Budapest ganz sicher nicht entgehen lassen.

Fuuuuuuck, gerade hab ich das ultimative Déjà Vu!!!! Jaaaaa, Masego, das ist DER, der mit dem Pariser French Kiwi Juice die wohl arschcoolste Improvisation ever abgeliefert hat. Das müsst ihr gesehen haben. Kann man auch gut als Daheimgebliebene während des Sziget Festivals anschauen. Es macht auch sehr glücklich.

Und jetzt könnt ihr, komplett euphorisiert, eure Budapestreise planen. Hier verlosen wir 1×2 Festivalpässe. 

SZIGET FESTIVAL: 07.-13.08. Budapest, Ungarn. Alle weiteren Acts und Figures: hier.

(Bild: Rockette/Sziget 2016)

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.