CLIP UND KLAR: Tim Freitag

Seien wir doch mal ehrlich: Liebeskummer hat was. Immer, wirklich immer kann man davon ausgehen, dass die Wunden irgendwann soweit verheilt sein werden, dass was Neues kommen kann. In dem Sinne stimmt auch die Single „Bruises“ der Zürcher Band Tim Freitag nichts als zuversichtlich.

Aber eben, bevor es soweit ist, muss man viel rauchen, einsam durch die Strassen irren, viel trinken, tanzen, kotzen. Wir kennen es alle, also ich zumindest. Und so hab ich vor lauter Mich-selber-in-dieser-Frau-im-Video-wiedererkennen ewig nicht auf den Text gehört. Auch weil der Song so schön und intensiv ist, dass das Textverständnis ganz sicher nicht oberste Priorität hat.

Doch irgendwann fällt auf, dass der Sänger der Band, der nicht etwa Tim Freitag, sondern Janick Pfenninger heisst, „I need you“ singt. Und dass seine Wunden langsam verheilen. Das ist irritierend, sieht es doch bei der Frau eher danach aus, als wäre alles heillos verloren.

Jetzt bloss nichts kaputtinterpretieren. Viel schöner ist es doch, in dem Clip eben diese Zuversicht zu erkennen, die ich eingangs meinte. Diese Aussicht auf einen Neuanfang. Ich glaube, „Bruises“ ist ein hoffnungsvoller Beziehungsscheiss-Song. Wunderschön.

SINGLE-/VIDEOTAUFE: 26.10., Gonzo Club, Zürich – weitere Konzertdaten hier.

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VIDEO-CREDITS: Script/Story/Regie: Carmen Stüssi; Cast: Rosanna Ruo & Maximilian Rösler; Kamera: Johny Venegas & Carmen Stüssi; Light: Strassenlicht, Mann im Mond; Set-Design: mit akribischem Perfektionismus aus der Hand der Regisseurin; Edit: Carmen Stüssi / Janick Pfenninger; Color Grading: Dion Merz; Music: Tim Freitag; Mix: Beat Jegen; Mastering: Philipp Welsing; Cover: Alexis Saile.

(Bild: Tim Freitag)

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