The very end of Abart

Ich war leider ein Spätzünder. Als ich 2012 ins Abart, DEN Zürcher Rock Club, eingeweiht wurde, stand er schon in den letzten Atemzügen.

Mark Lanegan hab ich noch live dort gesehen, mit einem unvergesslichen Absch(l)uss im illegalen Club Spunk nebenan. Dann war ich noch zwei Abende an der Alternative Nation als DJ-Team-Plusminus-Groupie unterwegs, auch an diese Nächte erinnere ich mich dunkel, da war was mit Musik, Party, vielen Getränken und einer überteuerten Taxifahrt quer durch Züri. Es hatte keine Kotztüte für meine Begleitung… fürs Portemonnaie und die Feierlaune nicht zu empfehlen.

abart win

Am 5.1.2013 schlossen die Abart-Türen dann für immer. Weil nämlich so Vollhorste gleich nebenan einen Millionenbunker hinpflanzten und die Clubbesitzer schlicht keinen Bock auf regelmässigen Besuch der Behörden wegen sogenannter Lärmbelästigung hatten. Zum Trost gabs seither regelmässig Abart Partys im Exil, wo die alten Sex-, Drugs- and Rock’n’Roll-Geschichten aus vergangenen Tagen aufgetischt wurden. Zu erzählen gabs da einiges, nebst den vielen Parties spielten im Abart auch ein paar nette Bands wie Muse, Queens of the Stone Age, Franz Ferdinand oder Gossip, als noch keiner sie kannte.

Und ich das Abart nicht kannte. Ich könnt heulen. Stundenlang.

Nun ist absolut endgültig Schluss. 20 Jahre sei eine gute Zahl zum Aufhören. Und das grosse Ende wird noch gehörig gefeiert. Am 3.2. fällt der allerletzte Vorhang im Dynamo und Werk 21 Zürich. Auf drei Floors werden alle ehemaligen DJs, die jemals im Abart aufgelegt haben, ihre besten Scheiben dröhnen lassen. Wer sich bei den Partylabels besser auskennt als ich, weiss, was für eine harte Nacht ihn erwartet. Alternative Nation (kenn ich, jeh…), Supersonic, Indiependance, Discotheque, Einsteins, Bastards, Pulp Fiction, Maximum Kick, Sisters of Wave meets the Lychgate und Masters of Rock.

Und zur Feier des Tages dürfen wir hier exklusiv 1×2 Tickets für die wohl legendärste Party des Jahres verlosen. 

Ein Label wird das Abart überleben: Masters of Rock wurde hochoffiziell von Dani Beck gerettet. Und auch wenn es das Abart nicht mehr gibt, bleiben uns viele kleine Abartbabies erhalten. In den Clubs und Bars Hafenkneipe, Eldorado und Minirock, den Fressbeizen Cartel und Korner und beim Konzertveranstalter Mainland Music, überall fliesst ein bisschen vom Abartblut weiter. 

3.2.2018: Last Abart Party, Dynamo/Werk 21, Zürich

(Bilder: Abart Club, Zürich)

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