This next one’s for you …

… Suzanne, Roxanne, Mandy, Angie, Amanda, Sara, Michelle und Layla: du glückliche, glitzernde, beweinte, verlorene Nachbarin, Prostituierte, Mysteriöse, unerfüllte Begierde, du Herzensbrecherin, du bist verewigt! In Zeilen, die so banal wie schön sind, von Männern, die so verzweifelt wie optimistisch sind, nach ihrer wilden Fahrt durch die Flut von Gefühlen doch noch im sicheren Hafen zu landen. Vielleicht dadurch, dass sie im Studio Lieder aufnehmen und nach der one and only betiteln, ihre Liebe gestehen, mutige Helden, die ihrem Herzen folgen, ihre innere Stimme ans Mikrofon richten und der „Lady In Red“, der „Woman In Chains“, dem „China Girl“ und der „Black Magic Woman“ mal in klaren Worten sagen: „It’s More Than A Feeling!“

And you want to travel with her
And you want to travel blind
And know she will trust you
For you’ve touched her perfect body with your mind
(Leonard Cohen, „Suzanne“)

I tried to give you consolation
When your old man had let you down
Like a fool, I fell in love with you
You turned my whole world upside down
(Eric Clapton, „Layla“)

I won’t share you with another boy
I know my mind is made up
So put away your make up
Told you once I won’t tell you again
(The Police, „Roxanne“)

Boston, Barry Manilow, die Stones, die Beatles, eigentlich alle Männer, die Songs mit Frauennamen geschaffen haben, landeten damit in irgendeiner Hitparade oder irgendeinem Buch, wie „1001 Songs you must hear before you die“, zum Beispiel. Doch einen hab‘ ich dort, in dieser Liederbibel, vergebens gesucht. Er ist mein allerliebstes gebrochenes Herz, seine Hymne hat mich selber durch die liebeskummergetränkte Pubertät begleitet und ich steh bis heute total auf den Song: „Caroline“ von MC Solaar. Der französische Rapkönig par excellence, der schon viel zu lange kein Album mehr rausgebracht hat, von dem man aber munkelt, dass er „en plein préparation d’un nouveau projet“ ist – um diesem Text doch noch eine aktuelle Note zu verpassen. Enfin.

Ebenfalls grandiosen Erfolg feierte MC Solaar ja mit „Nouveau Western“ von 1993. Und apropos Western: Weshalb gibt es eigentlich (fast) keine ladies, girls, women, die ihre untreuen, davongelaufenen, verheirateten Männer besingen und die Songs dann Peter, George oder Michael nennen?! Ich tröste mich mit Paula Cole. Stellvertretend für alle anderen unglücklich verliebten Musikerinnen dieser Welt singt sie es auf den Punkt: „Where are all the Cowboys gone?“

(Bild: privat)

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