Treekillaz“ – für die, die sie wirklich wollen

In den Stunden vor meinen Tagen sollte man bei mir nicht allzuviel promoten wollen. Zumindest bin ich zuletzt total übergekocht, als ich mich durch eine Liste mit gefühlt 3000 „künftigen Chartstürmern“ kämpfte und nichts, wirklich gar nichts fand, was mir gefiel. Dass mich Treekillaz“ mit ihrer Kompromisslosigkeit in diesem prämenstruellen Zustand abholen würden, war klar. 

Das Album „8.11.“ lag eigentlich auch schon lange da, parat zum Rezensieren. Doch ich war ja eben bissig drauf und wollte die Bieler, die dank Gitarrist Jessis Rockstar-Tagebuch bereits eine eigene Rubrik und unfassbar viel Fame auf Rockette haben, nicht noch mehr hypen. Nur weil ich einen Teil meines Lebens im Gitarrenkoffer eines Bandmitglieds verbracht habe.

Apropos: Ich könnte auspacken, jetzt. Anekdötchen wie jenes von Jessi, der nach einem Konzert in einem von Gehörlosen geführten Club seine Drinks bestellte, ohne dabei die Lippen zu bewegen. Oder die Story vom Woodrock-Festival im Jahr sowieso. Damals liess derselbe auf der Heimfahrt alle warten, weil er in einem aufwändigen Prozess den Ortspfeil Richtung „Blasen“ abmontieren musste.

Auch der damalige Bandbus war ein Lustiger. Bei einem nächtlichen Gewitter mussten Bassist Res und sonstwer die defekten, an zwei Schnüren befestigten Scheibenwischer vom Rücksitz aus manuell betätigten. Was auch für uns, die Res alle zwei Sekunden wecken mussten, ziemlich stressig war. Das ist natürlich Situationskomik, wie auch der unvergessliche Moment, als Jessi die seitliche Schiebetüre des Buses mit einem derartigen Schwung öffnete, dass sie gleich aus den Angeln und von dannen flog.

„8.11.“ fängt denn auch so an, als würde mich diese Tür 15 Jahre später, beim verträumten Blick in die Frühlingssonne, ereilen. Wie ein unverhoffter Knall ins Gesicht. Und es ist natürlich typisch Treekillaz“, dass ausgerechnet der härteste Song („U-R“) den Anfang macht. Er ist die Statistikvorlesung im Einführungsstudium – wer hier durchfällt, der hat auch den Rest nie wirklich gewollt. Und der ist unbedingt zu empfehlen, wie die Kostproben in der Canal3-Sendung „Ufdräääiht“ vom Mittwoch besser zeigen als alles, was ich mit meinen Worten beschreiben könnte.

TREEKILLAZ“: „8.11.“ (N-Gage Productions), out

LIVE: heute Abend, Podium 41, Zug; 18.02., Gaskessel Biel (Plattentaufe) und dann.

(Bilder: Treekillaz“)

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One thought

  • Ach das sind wieder Geschichten die ich völlig vergessen habe, zum Glück kommt die Story vom Stadtpark nicht vor, als wir die Kleider getauscht haben nach dem Nacktbad in dem kleinen Teich 🙂 Das Gesicht der Person welche wir gekreuzt haben, war unbeschreiblich. Ich fand mich im Rock auch sehr sexy….

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