Un Tequila por favor

Ihr kennt es doch alle, das Salsa-Emoji. Eine Frau mit eigens gewählter Haar- und Hautfarbe in rotem Kleid, die sich um ihre eigene Achse schwingt. Dieses Emoji muss man sich nun vor Augen halten. Denn wir hören gerade das neue Album „La Caminadora“ von Orkesta Mendoza.

„Olà amigo, un Tequila por favor!“ möchte man da grad sagen und merkt, dass man ja nur auf dem Handy rumdrückt und gar nicht in Mexiko ist. Naja, musste irgendwie so kommen mit der neuen Platte im Ohr.

Es ist keine Neuigkeit, dass man bei jedem Album der US-Mexikaner in ein Lokal mitten in Mexiko gebeamt wird. Die neuste Veröffentlichung nimmt verschiedene Stile auf, mixt unterschiedliche Stimmungen und verbindet das in herrlich rhythmischem Einklang. Trompete, Posaune, Keyboard, Gitarre, Klarinette, Akkordeon und Drums – und noch mehr – verschmelzen mit einer angenehmen Männer-Stimme. Mit sieben Songs ist das Album kurz gehalten und es ist Vergleich zum Vorgänger etwas ruhiger, trotzdem könnten die Multiinstrumentalisten glatt die Titelmusik für künftige Tarantino-Filme spielen. Arrrrriiba möchte man zwischendurch rumplärren und merkt schon wieder, dass man ja nur mit den Kopfhörern zuhört und es in der Öffentlichkeit wohl eher peinlich daherkommen würde, den inneren Mexikaner aus sich herauszulassen. Also guät. Kurz und knackig gehalten:

Das Album ist toll, schon wieder. Verwundert nicht und ist wunderbar so. Sie nennen ihre Musik ja nicht umsonst „Indie Mambo“, das muss man einfach toll finden. It’s glorious. Die Tex-Mex-psychedelische Musik voll aufgedröhnt vor einer Mauer zwischen Mexiko und den USA würde nicht nur die Amis tänzeln lassen, sondern auch die Mauer zerschmettern und Nord-, Süd- und Mittelamerika miteinander verbinden. Ein gemeinsames Tanzen. Schritt vorwärts, rechts, rückwärts, links und nochmals von vorne. Eins, zwo, drei, vier – und drehen. Die Spitzen des roten Salsa-Kleids schwingen sich um die Hüften und der Tequila tröpfelt ein bisschen auf den Boden. Ein Halleluja darauf.

ORKESTA MENDOZA: „La Caminadora“, out (Cosmica Label Services)

GUESTLIST: Aline Hug, Nidwaldnerin in Bern, geht stets all in – das passt zum Namen wie ein Stempel auf die Stirn. Die Helden: Lemmy Kilmister, Jimi Hendrix, Jim Morrison. Mag: Konzerte, CDs, unangebrachten Humor, viel Metal. Und viel Nicht-Metal. Und so.

(Bild: Internet)

 

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