Und täglich grüssen Muse

Heute spielen Muse auf dem Gurten, am Dienstag auch noch am Paléo. Muse, Muse, fünfmal Muse in diesem Jahr, für die einen zu viel des Guten, für die anderen ein wahrer Segen. Fünf Mal ausverkauft, im Hallenstadion und am Montreux Jazz Festival war ich dabei. Deshalb wurde ich kürzlich auch gefragt, ob es sich lohnen würde auf den Gurten zu gehen. Und Ja. Ja! Geht hin und mehret euch. So was wie ein schlechtes Muse-Konzert gibt es nämlich nicht. Nur Schattierungen von Gut.

Zürich 2016

Denn die grossen Tourshows sind nur gut. Mir sind sie zu überladen, zu visuell ausgerichtet, zu wenig Spontaneität in den Setlisten (Obwohl, in Zürich haben sie endlich einmal Defector gespielt. Ich könnt jetzt noch heulen vor Glück). Die Festivalshows hingegen: Sensationell. Ich würde und werde Muse nur noch auf Festivals gucken gehen. Weil da eben das ganze Brimborium drumrum mit 360 Grad-Bühne (die mich übrigens an so Käse-Drehteller erinnerte), Feuerwerk, Videoscreens und fliegende Drohnen (oder vielmehr ferngesteuerte Luftballons) weggelassen wird.

Und Muse einfach nur Muse sind. Lustig nämlich. Nume Seich im Gring.

Montreux war sehr gut. Und lustig. Zuerst foutierten sie sich um ihre momentane Standardsetliste und spielten lauter alte Songs. Wenn auch auf der Drones-Tour nicht besonders opportun, viele im Publikum kannten die Lieder gar nicht. Aber richtige Musefans würden sich das linke Bein abhacken, um so eine Songauswahl mal live sehen zu können.

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In der Zugabe artete das Spektakel in einen lauten Kindergeburtstag aus. Gigantöse Comics-und Spielfiguren kamen auf die Bühne, Figuren aus dem Video „Panic Station“. Muse selber in Plüschroben, Tigerleggins und Neonsonnenbrillen. „Let’s party“, so Matthew Bellamy. Ja, zum 50. Montreux Jazz Festival zelebrierten Muse eine riesige Party. So sehr, dass der Boden des Auditoriums bebte.

Vielleicht denken sich Muse auch für den Gurten etwas Spezielles aus. Aber selbst wenn sie „nur“ die Drones-Setliste rauskramen, wenn es so geil wird wie letztes Jahr am Sonisphere in Biel, dann freut euch auf einen grandiosen Muse-Abend.

Notiz an Musefans, die die Band schon 1999 im Abart gesehen haben:
Ich bin erst vor drei Jahren ins Muse-iversum katapultiert worden. Wie es früher und besser war, kann ich also nicht beurteilen. Ich bin Drones. Ich bin Mainstream.

(Bilder: privat/ Screenshot Facebook)

 

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