Unser Isaac Gracie

Isaac Gracie hat die Haare gewaschen? Das überraschte uns, als wir ihn am Zermatt Unplugged zum Interview auf einer Chaiselongue trafen. Seit unserer letzten Begegnung am Gurtenfestival 2018 hat sich aber auch in ihm einiges getan. 

Die schönste Nachricht zuerst. Gracie, immer terrified, vor allem in der Höhe (davon hat er uns auf dem Gurten schon erzählt), hat es mit der Gondel auf einen Berg geschafft. Es sei der Horror gewesen. Bei der Talstation habe er gedacht, jetzt kriege er dann gleich eine Panikattacke. Und als er endlich oben war, fiel er wegen der dünnen Luft fast in Ohnmacht. Er habe kaum atmen können und sein Kopf sei all dizzy and shit gewesen, als er dieses Instagram-Bild von sich, seinem Bier und dem Matterhorn machen liess:

Lustiger Zufallsfund in unserer Ferienwohnung.

Isaac Gracie setzt sich mehr denn je mit seinen Ängsten auseinander. „Ich wünschte, die Zeiten, in denen ich nicht einmal meinen Mund aufbrachte, hätte es nie gegeben.“ Das erzählte er uns, nachdem wir ihm gestanden, dass wir uns nach dem letzten Treffen ernsthafte Sorgen um ihn gemacht hätten. Was I quite miserable? Ja, wirklich sehr. „Wenn so viele Ereignisse mit Panik und Nervenschmerzen verbunden sind wie bei mir, dann ist das Leben nun mal nicht ganz einfach“, sagte er. Aber hey, er habe auf einmal angefangen, happy songs zu schreiben. So happy, dass er sich überlege, sein zweites Album „Sunny Sunny Blue Skys“ zu nennen – „und alle werden es lieben“. Im Sommer werden die Aufnahmen abgeschlossen sein. Wir freuen uns so oder so, solange es wieder so schön ist, wie das:

Ja, wir lachen uns auch nach dem 1000. Mal noch einen ab.

Klar, Grännisound ist nicht jedermanns Sache. So kam es dann auch, dass Rockette Miriam, die Gracies Konzert später am Abend dem musikalischen Motivationsseminar von Jessie J vorzog, mit drei Begleitern reinging und irgendwann überrascht feststellte, dass sie ohne sie da stand. Aber man darf dem Mann, der auf der Bühne schon sehr verschüpft aussieht, nicht unrecht tun. Isaac Gracie ist witzig – und er lacht gerne. Auch unseren Zermatt-Running-Gag mit den umprogrammierten Telefonnummern fand er, wenn auch ein bisschen irritierend, dann doch lustig.

Ach und ja, Isaac Gracie hat seit dem letzten Gurtenfestival angefangen, seine Haare zu waschen. Gut fühle er sich allerdings nicht dabei. „Ich bin skeptisch, vielleicht wasche ich sie auch falsch.“ Auf jeden Fall sei sein blonder „Schutzvorhang“ nach dem Waschen immer all fluffy and shit und das Trocknen dauere ewig. „Dabei hab ich viel besseres zu tun. Wenn ich mir vorstelle, dass ich das jeden Tag oder jeden zweiten oder jeden dritten Tag machen muss, dann ist das ganz sicher nicht das Leben, das ich mir vorstelle.“ Abschneiden will er sie aber auch nicht. Er hat Angst, dass da irgendwo eine kleingeschriebene Frisurenklausel in seinem Vertrag steht, und ihn das Label verklagen könnte.

Und so wird er wohl noch lange sehr viele Doppelgänger haben (eine Zeitung hat ihn mal als Macaulay Culkin Lookalike bezeichnet, das fand er schlimm). Wie den einen, den wir auf dem Festivalgelände zirka alle drei Stunden gesehen haben. Unter anderem am Abend davor sturzbetrunken im Jazz-Club. „Das war definitiv nicht ich“, betont der richtige Gracie. „Ich kann zwar auch gut feiern, aber ich bin nie that drunk guy.“ Falls er in Zermatt noch um die Häuser ziehen sollte – „ich bin nicht so berühmt wie James Bay, ich kann das noch“ – werde er wohl eher reserviert sein.

Isaac Gracie in einem T-Shirt

Was noch? Das T-Shirt, das Isaac Gracie trägt, ist neu. Er hat es vor ein paar Tagen in London gekauft. Nicht wegen der Band The Only Ones, die darauf zu sehen ist (den Song „Another Girl Another Planet“ summte er uns vor, und wir erkannten ihn trotzdem nicht). Er wollte primär ein sehr grosses T-Shirt. „Ich habs leider nicht anprobiert, weil ich davon ausging, dass es gross ist wie ein Zelt“, sagte er. „Und nun ist es aber: ein T-Shirt.“

 

TEAM ZERMATT: Die Rocketten Miriam, Julia und Melinda (v.l.n.r.) waren zwei Nächte am Zermatt Unplugged 2019 und haben für drei bezahlt. Daneben taten sie, was man von Bloggerinnen so erwartet. Oder nicht? Hier gibts die andere Story.

(Bilder: Rockette)

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