Sehr viel Fleisch am Knochen

Es geht mir sehr gut, danke. Der Zürcher Musiker Rio Wolta hat ein neues Album veröffentlicht, und da bin ich seither drin und fühle mich wohl umsorgt. 

Ihr erinnert euch: Rio Wolta ist der mit den schönsten Videos zu den schönsten Songs. Er mit der unverkennbaren Stimme und den zuckerstockartigen Melodien, die erst klein aufflammen, dann immer höher rauschen, sanft zurückgehen und funkeln, nichts als funkeln.

Mit seinem zweiten Album „No More Intimate Music“ weitet er, der sich im Spannungsfeld zwischen sehr sanft und sehr intensiv immer wahnsinnig sorgsam bewegte, sein Wohlfühlspektrum weiter aus. „Bullet“ etwa klingt um einiges rauher, als man es sich von Rio Wolta gewohnt war. Auch in „Franz Wolta“ wiegen Gitarre und Schlagzeug massiv schwerer als etwa in „Teenage“, einem sanften Gegenpol mit Sängerin Seraina Maria.

In Zusammenarbeit mit Filmemacher Piet Baumgartner hat Rio Wolta einmal mehr auch den Begriff Musikvideo noch weiter ausgedehnt. Nachdem die beiden für ihren berühmten Baggerclip zu „Through My Streets“ ausgezeichnet worden sind und ein begehbares Video produziert haben, interpretieren sie das Format nun auch für „No More Intimate Music“ noch einmal neu. In einer fünfteiligen Videoserie zeigen sie die Fleischverarbeitung. Grossartig.

Der Experimente nicht genug: Unter dem Titel „No More Intimate Music“ erprobt Rio Wolta diese Woche mit seiner Band, quasi als Plattentaufe, eine Alternative zum klassischen Frontalkonzert. Lieder werden in Fragmente zerlegt, wiederholt, gesteigert. Sechs Musiker spielen in verschiedenen Räumen, drei Stunden ohne Anfang und Ende. Das Publikum kommt und geht, wie es möchte. Steht im Pressetext. Und ich könnte es nicht verlockender formulieren.

RIO WOLTA: „No More Intimate Music“, out (Sailing For Peace)

LIVE: 22., 23., 24.11: „Plattentaufe“ in der Gessneralle Zürich (Tickets gibts hier) / 01.12. Kulturplatz Davos / 13.12. Serge and Peppers Records, Bern (solo).

(Bild: Tatjana Rüegsegger)

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