Von oh yeah bis oje

Ach, m4music, man müsste da grad zwei, drei Tage wohnen, um alles zu sehen und zu hören, das ist eine feine Sache! Leider waren wir nur kurz da, einen Abend lang, zuerst schnell bei der unschweizerisch energiegeladenen Verena von Horsten im Moods, leider erst ganz zum Schluss. Dann bisschen Enttäuschung, weil Gaslight-Anthem-Sänger Brian Fallon mit The Crowes irgendwie völlig ausser Kontext jegliche Faszination verloren hat für mich. Der „Boss der kleinen Leute“, wie ihn mein Gspänli Phil Duke nannte, trat mit einer überdimensionierten Band auf und mit Liedern, die zu langsam sind für so eine grosse Halle. Irgendwie passte da einfach nichts richtig zusammen. Später The Boxer Rebellion, die schon viel mehr nach Band aussahen, und das bei ihrem ersten Konzert nach anderthalb Jahren. Aber auch deren Musik wollte mich irgendwie nicht wirklich betreffen. Zu hip, zu gefällig, zu wenig rau. Vielleicht lag es auch einfach an der Halle (am Freitag bei The Vaccines seis super gewesen, wohl auch weil voll – oder umgekehrt). Und so wechselten wir hinüber in die Box, und da merkten wir plötzlich, wie es auch noch sein könnte. Bei Conor O’Brien, besser bekannt als Villagers, stimmte plötzlich alles, die Grösse, die Stimme, die Harfe, die schönen langsamen Lieder („Simon & Garfunkel aus Irland“, sagte ein anderes Gspänli). Wie subjektiv das alles ist, zeigte der betrunkene junge Engländer, der mich – ich so völlig fasziniert am Zuhören – anlallte: „Ist das schon die ganze Zeit so, oder wird das noch besser?“ So ist das mit der Musik. Und ist doch tipptopp so.

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PS: Brian Fallon & The Crowes sowie The Boxer Rebellion spielen übrigens auch am Openair Gampel.

PPS: Den Titel dieses Beitrags habe ich von Reeto von Gunten gestohlen, der hat das heute Morgen auf SRF3 gesagt, kurz bevor dort einmal mehr „Ready Or Not“ lief, und wir uns mal wieder vorstellten, wie die Fugees Jahr für Jahr ein paar Hundert Franken aus der Schweiz erhalten und sich wundern, dass tatsächlich ein Radiosender irgendwo auf der Welt noch immer das gleiche Lied hoch und runter spielt. Wos doch sonst so viele gute andere Musik gäbe. Siehe M4Music.

(Foto: Rockette)

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