Ein teuflisch scharfer Start in den Abend

Wenn man am Montag im Büro sitzt und – Einzelbüro sei dank – lauthals den Lieblingstrack von Samstagabend intoniert, war das Konzert am Wochenende ein richtiger Kracher. Deshalb nachfolgend ein lautstarker Anspieltipp (der auch optisch einiges zu bieten hat oder, um meine Konzertbegleitung zu zitieren, „die Sängerin hat’s richtig drauf  – und ist auch noch echt heiss“). 

Ich gebe es zu – Vorbands sind für mich oft ein nötiges Übel bis zum eigentlichen Grund, warum ich mir Tickets für ein Konzert besorgt habe. Und dann gibt es Abende, wie jenen am vergangenen Samstag im Les Docks in Lausanne, an denen der Support Act ein derart hohes Level an Energie vorlegt, dass der „Star des Abends“ ziemlich viel Power braucht, um die Audience wieder auf die gleiche Temperatur zu bringen.

Eigentlich für Halestorm angereist, waren meine Erwartungen an deren Vorband Devilskin schon ziemlich gross – schliesslich hat mich Patrik Wydler, mein geschätzer Kollege von Musig Pub TV (und Greenfield-Moderator und Fantasy-Basel-Moderator und… und… und…), schon die knapp zweistündige Fahrt nach Lausanne lang darüber aufgeklärt, wie gut die mir bis dahin unbekannte Band aus Neuseeland sei.

Und siehe da, der werte Kollege hatte (wie meistens) mehr als Recht.

Nun sind die Romandie-Crowds für mich gefühlt energetischer als die Deutschweizer, die oft ziemlich viel Angeheize benötigen. Aber insbesondere Devilskin-Sängerin Jennie Skulander zündete innerhalb weniger Songs ein deartiges Feuer, dass es im bis auf die letzte Ecke gefüllten Les Docks verdammt schweisstreibend wurde. Ihr müheloser Wechsel zwischen starkem Clear-Gesang und gekonntem Growling in Kombinatin mit äussert viel Spielfreude ihrer Seitenmänner Paul und Nail und genau der richtigen Portion Antrieb von Nachwuchsdrummer Nic, sorgte für eine absolut gehypte, bis auf den letzten Platz energetische Crowd. Genau SO muss ein Support Act vorlegen, um die Menge auf ein geiles Konzert vorzubereiten. Die vor dem Konzert von Paul im kurzen Gespräch betonte Freude darüber, dass sie mit Halestorm durch Europa touren konnten, war in jedem Ton des Sets spürbar. Halestorm (oder wohl eher ihre Hintermänner) haben sich ziemich viel dabei gedacht, ihre Vorband rund eine Stunde spielen zu lassen – während andere Acts knapp 20 Minuten bekommen, um den Abend zu eröffnen, sorgten Devilskin für richtig viel Stimmung.

Ehrlicherweise muss dann selbst ein langjähriger Halestorm-Fan wie ich zugeben, dass es für Lzzy und Co. nicht ganz einfach war, an die Energie anzuknüpfen, die Devilskin vorgelegt hatten. Auch die lange Schlange vor dem Merch-Stand und die zahlreichen Fotos, die mit Devilskin geschossen werden wollten, waren ein Beweis dafür, wie bombastisch der Supporter beim Publikum eingeschlagen hatte.

Reinhören dringend empfohlen – der Tourmanager von Devilskin hat eine baldige Rückkehr nach Europa versprochen.

P.S. Und dann sind die Neuseeländer auch noch derart freundlich – Handkuss vom Bassisten zum Abschied inklusive #whatagentleman.

(Bilder: zvg / Rockette)

 

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