Wer ist hier, wenns um die Wurst geht?

Das letzte Mal habe ich Lina Button im Frühling getroffen. Es hat geregnet und wir haben Spaghetti gegessen. Ich schrieb danach einen Text, obwohls keinen aktuellen Grund dazu gab. Jetzt gibt es einen. Vor gut einer Woche ist ihr viertes Album „Who’ll be Here“ rausgekommen. Ihr könnt signierte Exemplare gewinnen.

Die Sonne scheint und Lina Button hört sich gut an. Wir telefonieren, als sie gerade unterwegs ist von Luzern nach Bern. Zurzeit fährt sie von Radio zu Radio, um Promo für ihr neues Album zu machen.

„Mir geht es gut. Ich han mega Fröid.“ Sie habe so gehofft, dass viele Leute positiv auf den Release reagieren und dass das Album viele Menschen erreichen würde. Das tue es. „Aber das Wichtigste ist, dass ich mit dem Album wohlfühle. Ich kann ganz dahinterstehen. Dann ist es eigentlich egal, was die anderen sagen“, so Lina.

Gerade weil sie auf diesem Album sehr viel von sich preisgibt, ist es umso wichtiger, dass sie dahinterstehen kann. Sie befasst sich mit Beziehungen, dem Alleinsein und daraus der Frage, wer wird hier sein (Who’ll be here) „wenn es um die Wurst“ geht, wie sie sagt.

„Ich habe durch dieses Album viel über solche Dinge nachgedacht. Natürlich konnte ich nicht auf alles abschliessende Antworten finden. Ich stellte mir Fragen, die viele von uns wohl ein Leben lang begleiten“, sagt sie. Sie wolle das Album aber überhaupt nicht als ein Depressives verstehen. „Wer sich die Texte genau anhört, merkt, wie viel Zuversicht drin steckt.“

Etwas melancholisch und doch zuversichtlich sieht sie auch auf dem Albumcover aus. „Das Bild soll ausdrücken, dass man sich alleine wohl fühlen kann, dass man aber auch offen sein sollte für Neues, denn plötzlich kommt jemand Neues und Gutes des Weges.“

Melancholisch aber zuversichtlich sieht LIna Button auf ihrem Albumcover aus.
Melancholisch aber zuversichtlich. So sieht Lina auf ihrem Albumcover aus.

Bei dieser Aussage drängt sich natürlich ein Nachfragen auf: Ist jemand des Weges gekommen? Lebt sie mit jemandem zusammen oder wie sieht es bei ihr mit dem Alleinsein aus?

Das habe ich aber nicht gefragt. Das überlasse ich der „Schweizer Illustrierten“ oder „Glanz&Gloria“, sollten sie mal bei Lina anklopfen.

Sowieso beinhaltet Linas Album einige Fragen, die, wie sie selbst sagte, einige von uns mit sich rumtragen dürften. Es wäre also fast schade, die Fragen an ihr persönlich festzumachen, denn so würden sie die Allgemeingültigkeit verlieren.

Trotzdem kann man sagen, dass bei Lina vor einiger Zeit jemand des Weges kam, der viel zu dem Album beitrug. Luca Burkhalter, Keyboarder von Baba Shrimps und Produzent (im Video oben zu sehen). Er hat mit ihr am Album gearbeitet und „er ist ein Synthi-Freak“, wie Lina sagt. Deshalb sei es auch etwas elektronischer geworden als die bisherigen. Sie hätten zwar gar nicht geplant, zusammen ein ganzes Album aufzunehmen. Aber es habe von Anfang an so gut gepasst, dass sie schliesslich für das ganze Projekt zusammengearbeitet haben. „Er ging respektvoll mit meinen persönlichen Songs um und wir haben auf spielerische, lustvolle Art stimmige Sounds kreiert.“ Für den Song „Bridges“, in dem es darum geht, wie jemand durch die Nacht zieht, zum Beispiel haben sie Schritte aufgenommen und daraus Beats gemacht.

Ich will aber dazu gar nicht viel mehr Worte verlieren. Hörts euch selber an. Wir verlosen drei signierte Alben. Mitmachen bitte hier.

Bilder: zvg

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