Wie eine Faust direkt ins Herz

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch endlich dazu durchringen könnt, die schützenden Mauern um euer Herz bröckeln zu lassen, und genau dann kommt aus dem Nichts ein Faustschlag, der euch bis ins Innerste erschüttert? Und zuerst tut dieser Schlag richtig, richtig weh – irgendwie fühlt es sich aber auch richtig gut an, die Mauern herunterzureissen und aus vollem Herzen zu schreien, zu lachen und zu weinen. Kennt ihr nicht? Na, dann wartet ab, bis bis ihr das neue Album von Any Given Day gehört habt. Die haben das Spiel aus Faustschlag und Liebesgeflüster in durchs Band prägnanten Metal-Tracks perfektioniert.

„Harte Schale – weicher Kern“ ein Klischee, das gerade im Metal immer wieder ziemlich deutlich wird, wenn man sich so die Sänger anschaut. Ein gutes Beispiel dafür ist auch Dennis Diehl, der Sänger der deutschen Metal-Überflieger Any Given Day. Jesses, was hat der für Oberarme (wie die entstehen, ist übrigens im Making Of zum neuen Video für den Song „Loveless“ recht gut sichtbar da werden zwischen den Takes nämlich Liegestütze gemacht).

Auch auf dem neuen Album „Overpower“ vertonen  Dennis, Andy, Dennis (an der Gitarre), Michael und Raphael perfekt das Spiel aus Melodik und Härte, das viele kommerziell erfolgreiche Bands in die grossen Hallen gebracht hat. Nicht nur die Stimme von Sänger Dennis erinnert durchaus an den zwischenzeitlich bei Killswitch Engage am Mikrofon zu hörenden Howard Jones auch das Erfolsgrezept ist ein ähnliches. Während KSE einst mit dem Dio-Cover „Holy Diver“ die mitsingenden Massen bewegten, haben Any Given Day mit einer Metal-Version von Rihannas „Diamonds“ über 10 Millionen Youtube-Klicks erreicht.

Auf ihrem dritten Album „Overpower“ ziehen die Metaller aus dem Herzen des Ruhrgebiets den Spannungsbogen aus streichelnder Melodik und Faustschlag nun perfekt weiter:

„Overpower ist unser härtestes und melodischstes Album.“

Die beiden Vorab-Singles „Loveless“ und „Saviour“ haben schon klar gemacht, wohin die Reise auf dem neuen Album geht. Gefühlt düsterer aber umso klangvoller dann „Lonewolf“, der dritte und letzte vor Album-Release veröffentlichte Track.

„Metaphorisch in der Gestalt des Wolfes dargestellt, geht es um einen Aussenseiter, der von der Gruppe ausgeschlossen wurde und sich alleine durchbeissen muss. Dieses Thema ist heutzutage leider keine Seltenheit, was uns dazu bewegte, es in einem Song anzusprechen.“

Am deutlichsten spielt aber der Album-Song „Never Surrender“ die gekonnte Kombination aus bissigem Metal und emotionalen Refrains aus. Man fühlt sich richtiggehend von Sänger Dennis angeknurrt und rumgeschubst, bevor er sich einen schmeichelnden Motivationstrainer verwandelt:

„Never surrender, nothing more to lose. No rules and no boundries in every trail you choose. With the heart of a lion and a warrior soul, set the world on fire.“ 

Wer die „Ich hau dir in die Fresse komm kuscheln“-Dynamik von Any Given Day live erleben möchte: Auf der Album-Release-Tour macht die Band am 29. März im Kiff Halt.

ANY GIVEN DAY: „OVERPOWER“ (Arising Empire)

Bilder: zvg

 

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