Wie man auf holländische Muziek kommt – und eine Verlosung

Rocketteman Marcel lässt sich die Setliste von Eefje de Visser signieren und schaut sie verliebt an. Vielleicht ist es die Retourkutsche für seine Freundin, die ihrerseits im Sommer Sting anschmachtete. Vielleicht auch nicht. 

Dank SoundHound fanden wir heraus, dass dieses Lied, das gerade im Autoradio lief, von Eefje de Visser („Eeiffje de Fisser“ ausgesprochen) war. Erstaunlich, was SoundHound alles kennt … Das Lied klang nach moderner Kate Bush mit einem kleinen Haken. Der Haken ist, dass Eefje auf Holländisch singt. Der Titel des Songs lautet klangvoll „Scheef“. Sprich s-cheeiv, scharfes S, das CH kratzend in der Gurgel hinten, ihr versteht. Es heisst übrigens „schief“, aber das ist eigentlich irrelevant, den Rest des Songs versteht man sowieso nicht.

Fulltext: „Am Mikrofon: Die Schriftstellerin Isabelle Lehn“

Wir brausten also über die deutsche Autobahn Richtung Niederlande und hörten dazu unverhofft holländische Musik auf dem Sender Deutschlandfunk. Die Musik der Sendung „Klassik-Pop-et cetera“ wurde von der Schriftstellerin Isabelle Lehn zusammengestellt und auch von ihr anmoderiert. Entdeckt habe ich die Sendung per Zufall, bei der Suche nach einem Radiosender ohne Staumeldungen und Gekräschel bin ich dort hängengeblieben, weil gerade ein Stück der Band Belle and Sebastian lief. Danach  erzählte Isabelle Lehn ihre persönliche Geschichte dazu. Sie hat einen exquisiten Musikgeschmack, weiter liefen unter anderem Bowie, The Libertines und Tocotronic. Nur eben das letzte Lied kannten wir nicht, aber gerade dieses Lied würde unsere Reise durch Holland und Belgien massgeblich beeinflussen.

Delft

So kaufte ich in einem gut sortierten Plattenladen in Delft zwei ihrer Platten „Nachtlicht“, eine für mich, die andere als Mitbringsel für meinen Bruder. Auf der Weiterreise stellte ich fest, dass Eefje gerade tourt und auch am Pukkelpop (sprich Pükkelpop) aufspielen würde, einem Festival im flämischen Hasselt. Dort wollten wir sowieso hin, Idles, Post Malone, Eels, The National, The Streets und sehr viele mehr spielten dort. Dass wir dabei die Hintern der Booketten retten würden (siehe Eels-Story) wussten wir da noch nicht. Beim weiteren Stalken von Eefje de Visser im Internet entdeckte ich, dass sie am Vorabend des Pukkelpop ein „Try Out“-Konzert in Maastricht geben würde. Unser Weg nach Hasselt könnte, also, wenn wir wollten, über Maastricht führen. Die Verhandlungen mit Rockette Domi begannen. Sie argumentierte, dass wir sie ja am Pukkelpop sehen könnten. Ich hielt dagegen, dass sie dort am Freitag bereits um 12 Uhr mittags (Gary Cooper lässt grüssen) spielen würde, also viel zu früh. Viel besser wäre es doch, ein Hotel in der Nähe des Konzertlokals in Maastricht zu buchen, und der Eintritt würde auch nur 15 Euros kosten. Vielleicht war ich aber auch nur stur. Aber unser, mein Maastrichter Vertrag stand. (Anmerkung von Rockette Domi: Wir sind an diesem Tag von Den Haag nach Aachen gereist, sind dort den Spuren Karls des Grossen gefolgt, haben uns dann in Maastricht verfahren, und ich war einfach k.o. Mein Plan war schlafen. Aber dafür hatte der Marcel kein Gehör).

Maastrichter Vertrag

Eefje de Visser spielte in einer frisch renovierten Kulturfabrik namens Muziekgieterij. Es war die Hauptprobe fürs Pukkelpop, anscheinend ein grosses Ding für Eefje, trotz fraglichem Slot. Das Publikum in Maastricht bestand aus etwa 100 Holländern und uns. Die Show war super. Sie hatte eine dreiköpfige Begleitband plus zwei Backgroundsängerin dabei. Diese erinnerten mich mit ihren synchronen Bewegungen an die Auftritte von Popsängern in grossen Samstagabendshows in den Achtzigern. Zumal der Einfluss dieses Jahrzehnts auch live unüberhörbar war.

Nachdem Konzert sass sie noch am Bühnenrand und vertickte ihre CDs und Schallplatten. Ich erstand noch zwei weitere Exemplare, damit ich meinem Bruder ein signiertes Exemplar mitbringen konnte, das andere Exemplar liess ich für Grummel-Domi signieren.

Geschenkt.

So fuhren wir dann am Ende unsere Ferien mit insgesamt vier Schallplatten von Eefje de Visser (und 15 Büchern von Mark Oliver Everett, aber das ist eine andere Geschichte. Coming Soon.) heim.

Danke für den Tipp, Isabelle Lehn.

Wer jetzt richtig mitgerechnet hat, wir haben noch eine Schallplatte über. Die könnt ihr gewinnen. Wir wollen dafür in den Kommentaren von euch wissen, was ihr für (gute) niederländische Bands kennt.

Rocketteman Marcel lässt sich die Setliste von Eefje de Visser signieren. Er ist glaubs ein bisschen verliebt. Oder es ist die Retourkutsche auf das Fremdflirten von Rockette Domi mit Sting

 

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