15. Dezember: Es reicht.

pfeilEs ist gerade ziemlich schwierig, die Kleinen abends ins warme Bett zu bringen, ohne dabei an die Kinder in Aleppo zu denken. An alle Menschen, die in der Falle sitzen, diesem Scheisskrieg schutzlos ausgeliefert sind, während ich meine Liebsten abmüntschele und beim Rausgehen das Fischlämpchen anknipse, damit sie sich nicht fürchten müssen. Wovor eigentlich? Sicher nicht vor den schrecklichen Bildern, die uns derzeit stündlich zugetragen werden, und so ohnmächtig machen. Davon ahnen sie nichts, zum Glück. Aber ich habe sie ständig im Kopf, und sollte dann nach Feierabend noch irgendwas halbwegs Heiteres dahinrockettlen, was schön ist, aber gerade nicht so passend.

Deshalb bezieht Rockette heute Stellung. Und zwar mit den Worten von Musiker und Pop-Tagebuch-Autor Eric Pfeil, der gestern auf Facebook eine wichtige Petition teilte und dazu schrieb: ES REICHT! Was die Menschen in Kriegsgebieten durchmachen ist nicht das Leben, wie ein Bewohner von Aleppo in diesem Video sagte. So soll es nicht sein. So darf es nicht weitergehen. Und auch wenn wir nicht viel machen können, wir können Geld schenken. Das ist in diesem Fall total okay.

Gerade ist mir ein Album eingefallen, das irgendwann im Verlauf des Herbsts bei uns eingegangen ist. Es ist der Soundtrack zum Dokumentarfilm “They Will Have to Kill Us First” über Musiker in Mali, die sich vom Musikverbot und überhaupt der Gefahr und der Unterdrückung der Islamisten nicht unterkriegen lassen. Das passt gut zu unserem traurigsten Törli im Adventskalender. Und es macht, wenn auch nur ein kleines bisschen, Mut. Auf die Hoffnung, die Freiheit, die Menschlichkeit – und die Musik.

VARIOUS ARTISTS: “THEY WILL HAVE TO KILL US FIRST”, out (Transgressive Records)

(Bild: Rockette)

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