Mario Batkovic – geheult wird nur an seinen Konzerten

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Falls jemand gerade genau das denkt: Es ist nicht das erste Mal, dass man uns unterstellt, Mario Batkovic sei das Rockette-Lieblingskind. Wir Weiber seien halt gerade naiv genug für so einen, kriegten sofort feuchte Augen, wenn er uns seine traurige Lebensgeschichte auftische. Wie er damals, als kleiner Junge, seine Heimat Bosnien und in der Hitze des Gefechts auch sein geliebtes Akkordeon verlassen musste, in Bern dann zwar wieder eins bekam, das dann aber lange Zeit sein einziges Kommunikationsmittel blieb. Mehr noch “Freund, Freundin, alles“. Tatsache ist: Mario Batkovic hat uns noch überhaupt gar nie davon erzählt. Diesen Teil seiner Lebensgeschichte kennen wir nur von Kurt Aeschbacher, dem Oberromantisierer.

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Wir reden mit Batkovic viel lieber über heitere Themen wie David Guetta. Schauen zu, wie er seine Haut am rechten Unterarm so zusammendrückt, dass es aussieht, als würde sein tätowiertes Pin-up-Girl Akkordeon spielen. Oder wir besuchen seine Konzerte, denn die sind zweifellos ein Erlebnis! Gut, ja, da heulen wir schon auch mal ein bisschen – weil es sehr berührend ist, wenn er so ganz alleine auf der Bühne sitzt und nur sein Instrument sprechen lässt, wie er so gerne betont. Nächste Woche beispielsweise werden wir uns genau die Szenerie nicht entgehen lassen. Das Konzert im Kubus von Konzert Theater Bern ist ein Vorgeschmack auf die erneute Veröffentlichung des Albums “Batkovic Solo“, das ergänzt durch zwei neue Tracks und unter dem Fittich von Geoff Barrow (Portishead, Beak) Anfang 2017 erscheinen wird. Wir empfehlen es wärmstens.

In dem Sinne: Ja, Mario Batkovic ist schon unser Lieblingskind. Aber eher wegen Dingen wie, dass er keine Agenda hat und deswegen ständig meint, wir hätten drei Stunden später oder an einem ganz anderen Tag abgemacht, sich aber trotzdem immer Zeit nimmt. Und dass es ihm dann auch “scheissegal” ist, wenn wir ihn bei diesem und jenem fotografieren. “Solange ich nicht posieren muss.”

MARIO BATKOVIC – Neues und Ungehörtes, 28.09., Kubus, Bern.

(Bilder: Barbara Hess, pictura)

 

 

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