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10.10.2025

Kulturbeute der Woche #1

Es sind familiäre Umstände, die mich seit einiger Zeit regelmässig nach Berlin und neuerdings auch nach Hamburg verschlagen. Und wenn ich schon da bin, dann besuche ich jeweils so viele Ausstellungen, wie nur möglich, lese viele Bücher, schaue Filme und höre Musik. Hier die schönsten Kulturschätze, die mir diese Woche begegnet sind: 

 

  • HELGA PARIS. FÜR UNS (bis 25. Januar 2026), Fotografiska Berlin: Ich liebe die Perspektive von Frauen auf die DDR, ich weiss nicht wann und warum ich diese Faszination entwickelt habe. Jedenfalls entdeckte ich dadurch grossartige Fotografinnen wie Ute Mahler, Sybille Bergmann, Gundula Schulze Eldowy oder Helga Paris. Letzterer (1938 – 2024) widmet die Berliner Fotografiska derzeit eine Ausstellung, die ich allen empfehlen kann, die die Magie der analogen Schwarzweissfotografie lieben. Und eben: den Blick der Frauen auf die Jahre vor und nach der Wende. Auf Menschen, deren Geschichten und auf Stimmungen. Wer die Ausstellung nicht besuchen kann, es gibt eine wunderschöne Publikation dazu: "Helga Paris. für uns", erschienen im Kehrer Verlag.  

     

  • GLITZER (bis 26. Oktober), Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg: In dieser Ausstellung gibt es ein nachgestelltes Kinderzimmer, das meins sein könnte. Das Pult voller Sticker, die Wände voller Starposter, der Discman voller Glitzerkleber, die Hefte voller "cooler" Sprüche. Ich sass lange davor und schwelgte in Erinnerungen. Ich vermisse den Glam der 90er ja wie wahnsinnig! Begeistert haben mich aber auch die Videos, in denen kreative Menschen zeigen, dass Glitzer und Pailletten das Leben sehr viel schöner machen. Und warum erzähle ich das, wo die meisten von euch vor Ausstellungsende wohl kaum noch nach Hamburg reisen können? Weil das Museum neben einer sehr unterhaltsamen Ausstellung auch eine super Youtube-Playlist zum Thema zusammengestellt hat. Bitte

     

  • Irvin D. Yalom, "Die rote Couch", btb 1998: Dieses Buch war eine Zufallsentdeckung. Überzeugt hat mich schlicht das Urteil der New York Times: "Yalom demonstriert wieder einmal, dass die Psychoanalyse Stoff für die schönsten, aufregendsten Geschichten bietet, wenn sie nur in die richtigen Hände gerät." Der 94-jährige Yalom ist selber Psychoanalytiker, Psychotherapeut, Psychiater. In diesem Roman erzählt er entsprechend lebendig die Geschichte von Ernest Lash, ebenfalls Psychoanalytiker, der sich insbesondere mit der Frage auseinandersetzt, inwieweit komplette Offenheit und körperliche Nähe zwischen Therapeut und Patientin zulässig sind - oder eben nicht. Ich weiss nicht, obs am mangelnden Alternativprogramm während meiner achtstündigen Zugfahrt lag oder ob das Buch wirklich so packend ist: jedenfalls hab ichs verschlungen. Miriam
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