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07.07.2025

Oh Lorde

Kürzlich fragte mich mein Cousin, ob ich das neue Album von Miley Cyrus schon gehört habe. Erstens: Nein, ich hatte ich bis dahin nicht einmal mitbekommen, dass eins rausgekommen war. Und zweitens, sagte ich mir, hätte da musikalisch sehr viel passiert sein müssen, damit ich es mehr als nur durchklicken würde. Ich finde vieles an Miley Cyrus sehr spannend und ich liebe ihr Stimme heiss – mit ihrer Musik bin ich aber nie wirklich warm geworden.

 

Zu meiner Überraschung ist auf «Something Beautiful» aber tatsächlich sehr viel passiert. Auch Schönes. Für alle, die es genauer wissen möchten: SRF hat das «revolutionäre» Album schön zusammengefasst. Und trotzdem hab ich nur ganz kurz reingehört. Ich bin im Moment einfach selber zu aufgekratzt für so wildes Experimentieren.

 

Es geht sogar noch weiter. Ich kann mich von den meisten weibliche Pop-Künstlerinnen der Stunde einfach nicht mitreissen lassen: Lady Gaga, Taylor Swift … ich finde die Frauen super, aber ihre Musik macht wenig bis gar nichts mit mir. Und von da reicht das Spektrum in Richtung abwärts bis hin zur totalen Langeweile. Ewige Ausnahme: Billie Eilish.

 

Und neuerdings auch Lorde! Durch ein Wunder (oder vermutlich eher eine Instastory) habe ich von ihrem vierten Album «Virgin» vernommen. Reingehört. Und seither bekomm ich sofort Entzugserscheinungen, wenn ich die Musik mal kurz leiser drehen muss. Ich bin verliebt, in ohne Scheiss JEDEN EINZELNEN SONG der Neuseeländerin seit ihrem Debüt «Pure Heroine».

 

Ich würde mich gerne eingehender damit auseinandersetzen, was die 28-jährige Neuseeländerin für mich denn so viel faszinierender macht als andere. Aber ich komme gar nicht dazu, soweit zu denken, denn «Swear that you were just a friend, and when it’s all over again say, I’m not affected»…. sorry, ich bin eben wirklich voll drin. Und vielleicht muss ich es auch gar nicht so genau wissen. Ich könnte es doch stattdessen auch einfach geniessen, dass es mal wieder jemand schafft, mich alles um mich herum vergessen zu lassen. Zum Beispiel, dass ich ursprünglich eigentlich über das neue Album von Kae Tempest schreiben wollte, nun aber noch nicht einmal dazu gekommen bin, anständig reinzuhören. Probierts auch mit Lorde. Brauchen wir doch alle, sowas. Miriam

 

Lorde: "Virgin", out (Universal Music)

Fotos: Thistle Brown