Es kann sooo einfach sein

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

In der Einfachheit liegt die [hier bitte das Wort der Wahl einfügen: Vollendung / Schönheit / Kraft]. Das sagten schon einige. Trotzdem gilt meistens: MEHR (Zu diesem Thema gibts übrigens ein Rammstein-Lied, just sayin’). GRÖSSER. BESSER. KITSCHIGER! Bitte no meh Chääs druff, merci!

Aus dem Streben nach mehr resultieren komplexe Musikvideos, die tauuuuusende von Franken kosten und als Dank in der Menge untergehen. Man nehme als Beispiel irgendein Katy Perry-Musikvideo: Sehr aufwändig, farbig, aufwändig, kitschig, aufwändig. Irgendwann vergessen. Bis auf den Part, bei dem Rahm aus ihren Titten spritzt. Den kennen alle.

Und dann sind da einfach Pink Floyd mit ihrem Musikvideo zum Song “See Emily Play” von 1967. Darin stehen sie auf einer Wiese, halten die Instrumente (oder auch nicht) in der Hand und tun so, als spielten sie das Lied. Das Schlagzeug fehlt komplett, dafür trommelt Nick Mason etwas in der Luft rum. Das ist es auch schon. Und es ist fantastisch! So einfach, so genial! Dass sie zudem noch ziemlich zugedröhnt wirken, unterstreicht das Video irgendwie nur noch mehr.

Wer dieses Musikvideo einmal gesehen hat, wird es nie wieder vergessen. Das beweist: Es muss nicht immer mehr sein.

Ein weiteres Beispiel ist von Traffic, die 1967 ihre Debüt-Single “Paper Sun” veröffentlichten. Ein Lied in typischer 67er-Manier (war musikalisch ein Wahnsinnsjahr). Tolles Stück. Und noch besser ist ein Video auf Youtube. Darin passiert nämlich überhaupt nichts: Eine Frau tanzt, ziemlich schlecht sogar, und das wars dann auch schon. Aber es macht Freude.

Es ist leider nicht das offizielle Musikvideo (man kann davon ausgehen, dass dazu gar kein Offizielles existiert), sondern irgendein Typ wählt sich jeweils ein Song aus, spielt den immer gleichen Clip mit der schlecht tanzenden Frau dazu und lädt das vollendete Werk auf seinen Youtube-Kanal. That’s it.

Aber diese Einfachheit reicht vollkommen aus. Es macht heiter. Und das ist schön.

 

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