Etwas Ansteckendes aus London

Ich habe euch aus London etwas mitgebracht. Nein, kein Coronavirus. Nur neue Musik. Aber die kann im besten Fall ja auch ansteckend wirken. 

Immer wenn ich in London bin, komme ich mir vor, als würde ich Pokémon Go spielen. Dieses Smartphone-Game, bei dem man in seiner Umgebung virtuelle Fantasiewesen sammelt. Nicht, dass ich das schon mal gespielt hätte, ehrlich. Anyway, ich sammle Musik. An jeder Ecke, in jedem Store oder Pub, quasi überall könnte sich die nächste Neuentdeckung für meine Playlist finden. Hier meine Favoriten vom letzten Jagdtrip in London.

  • SEAN JACKSON: Der ist was für live!
    Ein Freitagabend im O’Neill’s Irish Pub in London. Ich gebe zu, meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Wohl auch, weil mir offensichtlich alle etwa acht Bier voraus sind. Doch dann beginnt die Livemusik. Sean Jackson (Gesang und Gitarre) und Band (ein Bassist und ein Schlagzeuger) wissen zu unterhalten. Sean tritt jede Nacht irgendwo in London auf (ausser montags). Neben einem breiten Repertoire an Coversongs, schreibt er auch eigene Lieder. Und ist Sound Engineer. Und überhaupt ein Allrounder. Er spielte schon in ganz verschiedenen Bands an ganz verschiedenen Orten. Kurzum: Er weiss, was er tut.
  • TOM GREGORY: Aktuelle Single “Fingertips” (Kontor Records)
    Da der Brite beim Hamburger Label Kontor Records unter Vertrag steht, macht er aktuell Promo in Deutschland, inklusive kleiner Tour im April. Seine Songs sind klar eher süss, als edgy. Ich mags trotzdem. Das Debütalbum „”Heaven In A World So Cold”“ ist für Herbst angekündigt.
  • ROLLED UP SLEEVES: Aktuelle Single “Interstelevator” (CrapSound).
    Echt coole Alternative/Indie Rock Band aus Essex. Die geben Vollgas!
  • TAYLOR JANZEN: Aktuelle Single “I Feel A Darkness” (Glassnote Records).
    Die junge Singer-Songwriterin aus Kanada lässt sich in keine Schublade stecken. Ihr Song “What I Do” klingt aber schön nach 90ies-Pop.
  • SEA GIRLS: Aktuelle Single “Ready For More” (Universal/Polydor)
    Diese Band finde ich sooooo gut! In England werden sie schon seit einer Weile mega gehyped. Drei EPs und mehrere Singles sind schon draussen, am 6. März folgte mit “Under Exit Lights” EP Nummer vier. Das Debütalbum, “Open Up Your Head”, der Londoner Indie-Rocker ist für August angekündigt.
  • TEN TONNES: Debütalbum “Ten Tonnes” (2019, Warner Records)
    Der junge Brite heisst eigentlich Ethan Barnett und ist der kleine Bruder vom Toyota Prius unter den Musikern, George Ezra (nicht böse gemeint).
  • JORDAN MACKAMPA: Aktuelle Single “Magic” (AWAL)
    Jordan ist geboren in der Republik Kongo, verbrachte seine Kindheit in Nord-London und seine Teenagerjahre in Coventry. In seinem souligen Sound verschmelzen all diese Einflüsse und Jordan erzählt vom Leben als Aussenseiter. Das Debütalbum “Foreigner” erscheint am 13. März. Ein Aufritt in der Schweiz steht am 24. Mai an, im Papiersaal in Zürich.

Übrigens: Bei besagtem London-Trip habe ich tatsächlich Steven Tyler von Aerosmith gesehen. Einfach so auf der Strasse. Nur erkannt habe ich ihn nicht. Ja, ich schäme mich. Klar, der auffällig (und definitiv teuer und durchdacht) abgefuckt gestylte Mann, der etwa zwei Meter vor mir ging, fiel mir ins Auge. Aber hey, es ist London, da schert sich niemand, wie du rumläufst. Aber irgendein Rockstar ist das doch schon, dachte ich mir noch. Der Groschen fiel leider erst zu spät, als Mr Tyler schon in der Pforte eines Luxushotels verschwunden war. Yup, ich rege mich heute noch auf. Dass er es wirklich war, bestätigte später ein Post auf seinem Insta-Account. Diesen Mann habe ich gesehen. Beweise habe ich keine. Ihr müsst es mir halt einfach glauben, sorry. 


(Hauptbild: Rockette; GIF: giphy.com)

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