Güschä 2020

Fast scheint es, als würde der Güschä, der sich nach dem Bundesratsentscheid vom Mittwoch offiziell verflüchtigt hat, heute in Menschengestalt zurückkehren, um uns ein kleines bisschen über den festivalfreien Sommer hinwegzutrösten. „Geil Wids Machsch“ heisst sein Zaubermittel. 

Vor Corona habe ich unter Güschä noch etwas ganz anderes verstanden. Heute weiss ich: Das ist nicht nur ein Festival, sondern auch ein wahnsinnig witziger und hochkreativer Mensch. Unter anderem ist Marco Güschä Gurtner Slampoet (der aktuellen Situation sei Dank hat sich sein Schweizermeistertitel um ein Jahr verlängert), Drummer in irgendeiner Band mit Übungsraum in Bern und Spontan-Insta-Talker mit Mathias Schenk (ihr „Herrgöttli panaschiert“ gibts hier in Protokollform nachzulesen).

Heute veröffentlicht der in Basel lebende Thuner in Zusammenarbeit mit seinem Mitbewohner, Produzent Philippe Laffer (Alterna Recording Studios), die Debütsingle „Geil Wids Machsch feat. Knackeboul“. Eine lackierte Discohymne, so glamourös aufgeblasen, dass sie die Grenzen der Quarantäne in alle Himmelsrichtungen sprengt. Lichttechnisch nach oben, soundmässig auf alle Seiten raus und von der Ästhetik her bis weit nach unten in die 80er-Jahre. Und es sieht in dem (in Isolation gedrehten) Video ja auch tatsächlich ein bisschen aus, als würde sich Güschäs Zuhause magisch erweitern. Als würden sich die Gänge ständig neu verzweigen, die Zimmer vermehren – okay, es kann ja auch sein, dass Güschä und Laffer tatsächlich in einem mit Neonlicht ausgeleuchteten Tunnelsystem leben.

Das ist übrigens nicht alles: In dem Clip sind auch die aus hundskommunen Wohnungen zugeschalteten Studiomusiker zu sehen. Eine illustre Boy-Group, bestehend aus Mathias Schenk (Death By Chocolate, Matchenko), Guy Mandon und Jan Dintheer (Infinite Hills, α-ray). Und da ist natürlich auch Rapper Knackeboul, vor seinem berühmten grünen Ofen.

Nachdem er sich gestern auf Instagram offiziell zu seiner gegenwärtig sehr schwierigen privaten Situation geäussert hat: viel Kraft, Güschä! Es ist auch fernab von Insta und Youtube wirklich geil, wie dus machst.

GÜSCHÄ: „Geil Wids Machsch“, out (True Amore Records)

(Pressefoto)

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