Jungs, Mädels, pssst!

GUSTAV BY Sebastian Magnani2

Ich will jetzt nicht Gustavs Lieblingskind sein – aber diese Liste könnte von mir stammen. Abgesehen von dem Punkt Beatles vielleicht, an die ich, wenn ich aktuelle Musik höre, ehrlich gesagt nie denke. Es sei denn, sie stamme von Paul McCartney.

Gustav hat vor wenigen Tagen sein neues Album „9“ veröffentlicht – und er hätte der Schweizer Nati, wäre sein EM-Song „Tous Ensemble“ während dem Penaltyschiessen gegen Polen im Stadion gelaufen, garantiert zum Sieg verholfen. Vergessen wir das. Für Rockette stellte der Freiburger eine Liste zusammen. Eine mit Songs, die jeder Oberstufenschüler kennen sollte. Apropos: Ich gehe davon aus, dass Gustav nie mehr in seinen alten Job als Lehrer zurückkehren möchte – immerhin rät er den „Jungs und Mädels“ hier, zu Black Sabbath ein bisschen zu kiffen:

  • THE BEATLES – Blackbird: Wer sich ernsthaft mit U-Musik auseinandersetzen und auch ihre Ursprünge verstehen will, kommt an den Beatles einfach nicht vorbei. Ich hätte auch einen anderen Song von ihnen nehmen können, letztlich muss man sich eh durchs ganze Werk kämpfen, um folgendes Aha-Erlebnis zu haben: Von dieser Band geht alles aus – ALLES, ja auch Hip-Hop, Electro und Heavy-Metal.
  • TOM WAITS – Time: Der amerikanische Songwriter Tom Waits ist ebenfalls einer, der unzählige Bands und Musiker bis heute beeinflusst. Seine Scheibe „Rain Dogs“ hat mich in meinen Anfängen oft begleitet. Es gibt weltweit keine vergleichbar versoffenere Stimme als die von Tom Waits.
  • TOCOTRONIC – Drüben auf dem Hügel: Die Hamburger Musikszene hat in den 90ern die deutsche Musik revolutioniert. Ganz an der Front die Band Tocotronic. Tocotronic, Element of Crime und Blumfeld waren der Grund, warum ich zu Beginn nur Hochdeutsch gesungen habe.
  • BEASTIE BOYS – Sabotage: Das ist mein Verständnis von Hip-Hop. Nicht dieses Gejammer und dieses lächerliche Posen mit geilen Chicks, fetten Autos und tätowierten Rappern, die nachdenklich auf der Bettkante herumflennen.
  • FKA Twigs – Two Weeks: Wenn sich U-Musik noch entwickeln sollte, dann bitte in diese Richtung. Ganz toll produziert.
  • THEES UHLMANN – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf… weil das einfach ein Hammer-Song ist.
  • SOUNDGARDEN – Spoonman: Ich hätte hier eigentlich Nirvana schreiben sollen. Nirvana und Kurt Cobain haben eine ganze Generation geprägt, aber aus dieser Zeit ist Soundgarden die Band, die mir nach der Zeit von Nirvana am meisten gefallen hat. Obwohl ich sie heute für aufgeblasen und den Sänger für einen eingebildeten Affen halte, so ist das Album „Superunknown“ trotzdem epochal. Alle Songs sind grossartig, insbesondere eben „Spoonman“.
  • QUEENS OF THE STONE AGE – Song for the Dead: Dass der Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl auf diesem Album „Songs for the Deaf“ mitspielt, macht es für mich noch wahnsinniger. Mit diesem Album wurde der Stoner-Rock eingeläutet. Die Ur-Väter von diesem Sound sind übrigens Black Sabbath, unbedingt reinziehen, Jungs und Mädels – und vielleicht noch bisschen kiffen dazu…
  • WANDA – Bologna: Die Österreicher sind von eh her schon geile Sieche und dass so eine tolle Band von dort kommt, verwundert mich überhaupt nicht. So darf deutschsprachige Musik heute klingen, und so sollte sie live gespielt werden. Super Live-Band.
  • ZÜRI WEST – Traffik: Auch wenn sich alle Mundart-Musiker auf Mani Matter berufen, ist Züri West eigentlich die Band, die alles ins Rollen gebracht hatte. Mundart kann auch cool, sexy und rockig sein. Auf dem „Züri West“-Album ist auch der Evergreen „I schänke dir mis Härz“ drauf.

GUSTAV: „9“, out (Universal)

Konzerte: 08.07., Natural Sound Openair, Kiental, 16.07. Les Georges Festival, Fribourg.

(Pressebilder / Sebastian Magnani)

 

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