“Herrgöttli panaschiert” – das zweite Protokoll

Nasentampons, Synonyme für trinken oder schnarchen und die Cher-Belastung – dies ein paar Themen der neusten Video-Livepodcastfolge von Death-by-Chocolate-Sänger Mathias Schenk und Poetry-Slam-Schweizermeister Marco Gurtner. Wir haben protokolliert.*

Datum: 2. April 2020
Beginn: 19 Uhr
Ende: 20 Uhr
Ort: Instagram
Folge: 3
Anwesende: Mathias Schenk, Marco Gurtner
Protokollantin: Rockette Miriam
Zur Protokollführung: Passagen mit Musikbezug sind fett. Etliche wurden weggelassen.

 

Es happert mit der Verbindung. Marco Gurtner erscheint und ist schon mitten im Satz. Es geht um Henry vom Mocca, der immer “so schön, Marco, so schön” gesagt hat.

Zuschalten von Mathias Schenk und Begrüssung.

Mathias hat eine verstopfte Nase. Das erinnert ihn an seine grüüsigste Operation. Er erkundigt sich bei Marco nach dessen Anzahl Operationen. Marco sagt: fünf.

Biercombo.

Mathias hat sich seinerzeit die Nase schräg machen lassen, damit er nicht zu menschlich wirkt. Sie wurde innerlich operiert. Die Nasenscheidenwand (einmal Scheide gesagt) war so verkrümmt, dass er praktisch nicht mehr durch die Nase atmen konnte. Man musste die Wand also rausnehmen, geradebiegen und wieder reinoperieren. Mathias hatte zur Stabilisierung zwei Tage lang Tampons in der Nase. Diese reichten bis in den Rachen, wo auch das Blut reintropfte. Kokser würden sich die Wand wegmachen lassen.

Marco öffnet ein Bier. Es folgt ein Screenshot von der Biercombo.

Marco hatte vor etwas mehr als zehn Jahren einen Lungenriss. Alle sagten ihm: zuviele Böngli gekifft. Aber es war ein Gendefekt. Er hatte Luftbläschen auf der Lunge und als eines davon platzte, riss es ein bisschen. Auf den Tag drei Monate nach dem ersten Flicken, passierte es wieder. Dann musste man mit Gaffa dahinter. Einen reingaffen.

Ein Teil der Lunge wurde via Hals rausgeschnitten und das Brustkorbfell mit dem Lungenfell zusammengeklebt. Marco hat nun acht geile Narben und 70 Prozent Lungenvolumen.

Marco hat heiss, wie immer, wenn er mit Mathias spricht. Die beiden haben einander in den letzten Tagen extra nicht geschrieben, am Sonntag aber zahlreiche Sprachnachrichten hin und her geschickt. Marco musste das Handy ins Zimmer legen und rausgehen, um damit aufhören zu können.

Marco hat als Kind schon geschnarcht, als würde man den ganzen Schorenwald abholzen, deshalb musste er die Mandeln schneiden.

Andere Ausdrücke für schnarchen werden gesucht: Am Chare schriisse. Saage.

Es waren diese beiden Operationen bei Marco. Die Lunge wurde allerdings fünfmal operiert. Viermal war geplant, einmal haben sie es falsch gemacht.

Sowohl Mathias wie auch Marco haben mit ihren Freundinnen besprochen, wie das erste persönliche Treffen zwischen ihnen wohl sein wird. Marco hat sich gefragt, ob Mathias einer ist, der beim Reden immer sehr nahe kommt. Ob er währenddessen gar den Arm um einen legt.

Mathias züngelt in die Kamera, es folgt ein weiterer Screenshot.

Mathias kennt einen, der immer sehr nahe kommt, schwankt und spuckt, wenn er betrunken ist.

Synonyme für betrunken werden gesucht: Einen am Helm haben, einen am Zeiger haben. Marco findet am besten, wenn man ein Gemüse und ein Werkzeug nimmt, um trinken zu sagen. Auberginen hämmern gehen, wieder mal in den Lauch bohren, Silberzwiebeln zersägen. Mathias findet “die runden Schuhe tragen” einen schönen Ausdruck für betrunken sein und macht es vor.

Marco kennt in Thun eine Legende, Party-Role. Er sei oft ins Mocca gekommen, habe auch immer

Eintritt gezahlt und sich entschuldigt, dass er einen an der Gitarre habe.

Mathias’ Mutter ist meistens gekäppelt. Marcos schon nach einem Bier, die mag nichts verleiden.

Marco richtet Mathias liebe Grüsse von seinen Eltern aus. Sie sind jetzt auf Instagram, er hat ihre Accounts eröffnet. Mäthu will ihnen folgen, Marcos Vater heisst vaettu.gurtner und die Mutter heisst ruethu_hoschi. Mathias würde seiner Mutter auf Instagram den Namen biseroesi geben. So habe man sie früher auf dem Zeltplatz genannt, weil mit Schenks immer auch die Bise kam.

 

Schenks zelteten früher in Yvonand. Gurtners in Agno, Olio, tutti quanti – dort haben sie sich Lambrusco in die Binde geklepft.

Mathias zeigt seine schöne Lampe.

Marco erwähnt erneut, dass sein Auge beim Lachen immer zu geht. Aber jetzt, wo ers zeigen will, gehts natürlich nicht.

Marco zählt Mathias zu seinen Freunden.

Marco hat eine Frage, die ihn schon länger beschäftigt. Mathias hat Sport studiert, ist jetzt Lehrer, für Marco, ein Freund von Kausalitäten, ist er jetzt also Sportlehrer.

Mathias tut so, als wüsste er, was Kausalitäten sind.

Sportstudenten sind für Marco die, die im Park frisbele und immer einen Volley- oder einen Fussball dabei haben. Mathias war der schlechteste Student seines Jahrgangs. Man muss sich vorstellen: Er war wie Marco, wenn er Sport studieren würde. Polysportiv, okay – aber er hat das Frisbee nur gefasst, während die anderen vorher noch einen Salto machten.

Heute klettert Mathias gern. Bouldern findet er anstrengend, da braucht man eine hohe Frustrationstoleranz, klettert aber nicht so hoch. Klettern ist nicht Marcos Ding, er wollte auch nie ein Kajütenbett. Aber Squash ist sein Ding, er hat schon viele Videos darüber geschaut.

Aufklärung von Mathias: Das ist ein Scheisssport für die Gelenke. Wegen der Scherbelastung.

Marco fragt, ob Cher jemals eine Belastung für Mathias war. Worauf Mathias ihm empfiehlt, mal etwas mit Worten zu machen, an einem Pötri Slam teilzunehmen.

Marco und Mathias machen Grimassen.

Marco hatte schon Auftritte, an denen er nicht merkte, wieviel Bier er trank.

Marcos Gesicht wird hell, er schaut in den Kalender. Am 26. November 2020 in Thun: “Lesen für Bier” – mit Mathias. Das sei einfach, er tschegge es schliesslich auch, sagt Marco.

Marco ist leer. Er geht ein Bier holen. In der Küche trifft er seine Freundin und Mitbewohner Philippe Laffer. Die beiden haben ihm angeboten, zu kochen während er schnuret. Er wäre ein huere dummer Sauaffe gewesen, wenn er dieses Angebot ausgeschlagen hätte, sagt Mathias.

Mathias ist Virologe, will aber nicht drüber reden. Marco das Epizentrum, egal wovon.

Über den Namen der Sendung ist man sich weiterhin uneinig. Zur Auswahl stehen immer noch “Hergöttli panaschiert” und “Güchenko”.

Der Skiclub Bönigen schaut zu.

Vättu Gurtner hat sich ebenfalls zugeschaltet.

Es bleiben noch sieben Minuten. Mathias verdankt das letzte Protokoll, er ist deswegen fast gestorben. Laut Marco ist der Text nüchterner gewesen als sie geredet haben. Er sagt: Ein Protokoll ist die reinste Textform, das ist deep.

Marco nennt Mathias einen kleinen Kühlschrank.

Früher, wenn Mathias etwas mega herzig fand, hat er die Zunge gerollt und drauf gebissen. Sein Bruder tat das auch. Marco kann das nicht, seine Zunge ist zu kurz.

Überübernext.

Ein Buch mit den Protokollen wird angedacht.

Dank geht an Rolf Hermann, die Riesenlegende aus dem Wallis, weil dieser letzte Woche aus dem Protokoll gelesen hat. Er wird in derselben Funktion einstimmig wiedergewählt. Ein Shoutout geht auch an Oli Hartung, mit dem das Gitärelen laut Mathias genau so geil ist wie das Autofahren. Lobend erwähnt werden auch Rolf Hermanns Eltern, bei denen Mathias schon übernachtet hat. Er formt seine Hände zu einem Herz.

Eine Abmoderation wird beschlossen. Mathias sagt “ciao, Babys”, Marco “tschou, dir guete Chnüttle”.

 

* Diese Protokolle (hier sind sie gesammelt) erscheinen bis auf Weiteres immer freitags. Die Live-Gespräche könnt ihr euch jeweils donnerstags um 19 Uhr auf den Insta-Profilen von Mathias Schenk und Marco Gurtner reinziehen.

 

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