Kauft den Zwitsers Schuhe. Ein Fazit vom Eurosonic Groningen.

Es ist ein Bucketlist-Thing, wie Don Pawley von Ticketmaster sagen würde. Ich wollte schon immer mal an dieses Musicbiz-Festival Eurosonic in Groningen. Hauptsächlich aus Neugier, aber auch weil es in meiner zweiten Heimat, den Niederlanden, stattfindet. Nun war dieses Jahr die Schweiz, Zwitserland, Gastland – ein Grund mehr, endlich hinzugehen und es in meiner Bucketlist abzuhaken.

Um mal die Dimension ein bisschen zu veranschaulichen: In drei Tagen fanden 347 Konzerte auf 39 Bühnen statt. Nicht mitgezählt sind die zahlreichen kleinen Konzerte in unabhängigen Bars. Über 42000 Festivalbesucher, über 4300 Delegierte, die an 150 Panels der Conference teilnahmen. Puh.

“Du brauchst einen Plan”, mahnte mich Marcel vor der Reise. Genau. Weil wir diese Reise erst kurzfristig bestätigen konnten, habe ich mich im Vorfeld nicht wirklich mit dem ausufernden Programm auseinandergesetzt. Den Schweizern werde ich sowieso über den Weg laufen, dachte ich. Insgesamt sind 22 Acts aus dem Gastland angereist, also setzte ich den Fokus auf die Events der Schweizer und fragte um zwei Interviews von ausländischen Künstlern an. Bang Bang Romeo (UK) und Eefje de Visser (NL), weil ich beide letztes Jahr gesehen habe und begeistert gewesen war. Einen Vortrag habe ich auch noch geschafft, eben “Fans who travel” von Don Pawley, Ticketmaster.

Was alles so geschah in Bildern.

Mittwoch, 15.01.2020

Wiedertäufer-Käfige in Münster. Dank der deutschen Bahn noch ein weiteres Bucketlist-Ding abgecheckt. Ausserplanmässiges Sightseeing, weil die Lok keinen Strom mehr hatte. Bedankt, Deutsche Bahn. Wir sind dann mit zwei Stunden Verspätung in Groningen angekommen.

Marcel auf Solopfaden. Seine Entdeckung des Abends: die niederländische Band YĪN YĪN. (Domi schläft, Powernap nach der langen Reise und vor Interview).

First Face-To-Face-Interview in English. Bang Bang Romeo und ich, völlig derangiert.  Einzig “Chives” habe ich nicht verstanden, aber wer redet schon von Schnittlauch während eines Interviews?

L’Eclair aus Genf, mein erstes Konzert von, äh, vielen.

Camilla Sparksss, halb Tessinerin, halb Canadian. “Blote Voeten” findet der Herr vor mir anzüglich sexy.

Donnerstag, 16.1.2020

Swiss Reception. Say Hi to Cheese!

Der Chef der Schweizer Delegation, Jean Zuber von Swiss Music Export. Ganz Links der Schweizer Botschafter in den Niederlanden, Heinz Walker-Nederkoorn. Ihn werde ich lustigerweise am häufigsten sehen.

Gleich nach dem Schweizer Empfang spielen Sophie Hunger und Julian Sartorius in der Stadsschouwburg. Heel mooi.

Nach Sophie wollte ich eigentlich eine kleine Rauchpause machen. Aber die Türsteher mahnten mich: “Je kommt er niet meer binnen”. Ein Blick auf die Schlange lässt mich zo meteen umkehren. Alle wollen zu Celeste (UK).

Veronica Fusaro im Forum. Auf dem Weg dorthin werden wir aufgrund der Bagette von Samuele der Band Two Romans angesprochen. Sie spielen zwar nicht am Eurosonic, bringen aber schon bald, sehr bald ein neues Album raus.

Ich shake noch immer, Ricky Dietz (D). Doch die grosse Frage des Abends: Ist unter der roten Maske Peter Fox? Oder doch ein Double?

Und ich dachte, ich sei unauffällig.

Lieblingsholländerin, nicht nur von Marcel. Eefje de Visser.

Freitag, 17.1.2020

Lesen hilft, ich bin zu früh. Viel zu früh. Noch einen Kaffee bitte.

Beim Warten läuft Coilguns. Sicher passende Musik für jede Hochzeit.

Irgendein Wohnzimmer in Groningen. Veronica Fusaro in einer intimen One-Woman-Show.

 

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Wo man sich so in den Sozialen Medien entdeckt …. seine Exzellenz ist beim Soundwalk auch dabei.

Emilie Zoé und Louis Jucker (Coilguns, ihr erinnert euch, Hochzeitsmusik) spielen im GRID Graphic Museum, Groningen.

Emilie Zoé in Socken. Da wären wir wieder beim Thema Schweizer*innen und ihre Schuhe.

Pascal Gamboni spielt in einer Art Cachet in Groningen. Dem Botschafter gefällt es augenscheinlich. Und hei, Auftrag erfüllt.

Währenddessen klappert Marcel die Plattenläden ab. Im Pluto spielen zufälligerweise Black Sea Dahu.

Say Hi to Cheese, Teil 2. Cheese Contest Schweiz-Niederlande. Wir vermuten, dass die Schweiz gewonnen hat.

 

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Der Botschafter ist auch musikalisch.

 

Marcel im Interview. “Wie viele Biere hast du heute schon getrunken?” “Keins!”

Es gab ja auch Schweizer Wein beim Cheese Contest.

Sicherlich eine der Festivaltauglichsten Bands der Schweiz in der Hooghoudt Barn: The Gardener & the Tree. Und wieder, wo sind die Schuhe?

Full House in der Hooghoudt Barn (Hooghoudt ist Jenever, eine Art Gin. Vielleicht nicht der beste Markenname für ein internationales Publikum).

Marius Bear und Band im Club Vrijdag. Am Freitag. Man sieht seine Füsse nicht.

Voila! Wär häts dänkt, “blote voeten”.

Wir wollen auf dem Heimweg noch zu Squid (UK). Keine Chance.

Ich versuche mich mit dem Medienpass reinzuschnorren, aber nein. Der Türsteher meint nur, die würde er “ongezien boeken”.

 

Wie findet ihr die Auswahl der Schweizer Acts? Wer fehlt, wen hättet ihr zu Hause gelassen? Und vor allem, wen hätten wir uns sonst noch anschauen sollen?

Hier gehts zu Instastory, für ein paar akustische Eindrücke.

LIVE: 31. 1. 2020 – 8. 2. 2020, One Of A Million Musikfestival, Druckerei Baden (Amami, Camilla Sparksss); 5.2.2020 Eefje de Visser (Support für Balthazar), Kaufleuten, Zürich;  28.3.2020 Hummus Fest, Case à Chocs, Neuenburg (Emilie Zoé, Asbest, Coilguns, YĪN YĪN); 15.4.2020, Bang Bang Romeo, Exil, Zürich.

(Bilder: privat)

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