Ich bin dann mal in Österreich

Nach dem letzten Buchklub, wir haben “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre” von Clemens J. Setz gelesen (lohnt sich!), habe ich mir vorgenommen, mich in Sachen Literatur, Film und Musik für eine Weile voll und ganz auf Österreich zu konzentrieren. Den Gedanken hatte ich schon mal verworfen, als Wanda so penetrant gehypt wurde, beim grossartigen Bilderbuch-Konzert im Bierhübeli, und vor wenigen Tagen bei Kaffee und Kuchen in Bregenz. Und manchmal läuft es ja dann wie ganz von selbst, wenn man erst einmal einen Vorsatz gefasst hat. Wie bei Schwangeren, die auf der Strasse plötzlich nur noch Schwangere sehen, habe ich seither das Gefühl, nur noch Mails mit Musiktipps aus Österreich zu kriegen.
Da wäre das Wiener Trip-Hop-Duo Leyya. Eine Band, die genauso klingt wie sie aussieht: wahnsinnig jung und hypersensibel. Die erste Single “Drowning in Youth” von der gleichnamigen EP erschien in einer Zeit, in der ich langsam aber sicher fürchtete, in der Flut junger Elektropop-Duos zu ertrinken. Sie ist mir entgangen, auch vom 2015 erschienenen und hochgelobten Debütalbum “Spanish Disco” habe ich nichts mitbekommen. Wurscht, es ist nicht zu spät, sich von dieser zarten Stimme und den im Kontrast dazu so kraftvollen Beats durch den Tag tragen zu lassen. Der Sound ist perfekt zum Arbeiten, Putzen oder Joggen, denn er provoziert einerseits den Rausch, den es zum Durchhalten braucht, sorgt aber mit abrupten Rhythmuswechseln und gefinkelten Zwischentönen gleichzeitig dafür, dass man achtsam bleibt.
Ach ja, gerade ist die neuste Single von Leyya erschienen. Sie heisst “Butter” und ist absolut gustiös.

LEYYA: “SPANISH DISCO”, out (LasVegas Records)

Konzert: 02.07., Hill Chill Open Air, Riehen

(Bilder: Facebook/Susanne Erler)

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