Live at X, heute: Albani, Winterthur

Die Coronakrise hat auch die Betreiber*innen von Konzertlokalen hart getroffen. Seit dem 13. März und auf nicht absehbare Zeit können keine Konzerte veranstaltet werden, auf jeden Fall keine mit Publikum im Saal. Wie geht es den Lokalen, wie gehen sie mit der Krise um? Unser Gastautor Kurt Werren hat herumgefragt. Teil 3: Albani Winterthur. Die Antworten kommen von Roland Mages, Geschäftsführung Barbetrieb und Olivia Staub, Stv Geschäftsführung Kulturprogramm.

Wer ist das Albani? Wofür steht ihr? Welche Musik programmiert ihr?

Wir sind Begegnungsort, kulturelles Wohnzimmer und liebenswürdiges Tollhaus, das nicht immer den gängigen Definitionen eines Kulturbetriebes folgt. In der Programmation sowie im Albani allgemein stehen wir für Offenheit und Vielfalt – dies zeigt beispielsweise die genreübergreifende Musik – von undergroundig bis zugänglich – die wir anbieten.

Es ist uns ein grosses Anliegen, lokalen und nationalen Künstler*innen eine Plattform zu bieten. Ebenso ist das Albani ein Ort, wo man Bands aus dem Ausland entdecken kann, auf die man sonst nie gekommen wäre.

Wie wirkt sich die Coronakrise auf das Albani aus? Wie geht ihr damit um?

Seit dem Lockdown ist es ruhig im Albani. Zu ruhig. Wir vermissen unser Personal und unsere Kundschaft, insgesamt das Leben, das sich hier normalerweise abspielt. Ausserdem beschäftigt uns die Ungewissheit, wie und wann wir wieder einigermassen zur Normalität zurückkehren können – vor allem vor dem Hintergrund der ständig weiterlaufenden Fixkosten bei praktisch null Einnahmen. Etwas Halt geben uns die Livestreams, die wir im Moment jeden Sonntagabend mit Künstler*innen aus Winterthur veranstalten sowie eine Take-Away-Bar, bei der wir „Bier über d’Gass“ verkaufen und auf diese Weise wenigstens ein bisschen Kontakt mit den Anwohner*innen haben.

Wie plant das Albani den Neustart?

Wir stellen uns auf eine Betriebsaufnahme in Etappen ein. Konzerte und Partys wird es wohl noch länger nicht geben und unter welchen Bedingungen diese stattfinden dürfen, ist auch noch unklar. Wir sind aber gut im improvisieren und Guerilla-Partys organisieren;)

Wie kann man das Albani unterstützen, aktuell und überhaupt?

Wir sind überwältigt von der grossen Solidarität in Winterthur. Es gibt zahlreiche Initiativen, welche das lokale Gewerbe und die Kulturszene unterstützen. Unter anderem sollen hier genannt werden: keinkauf.ch und stadtdihei.ch. Wie erwähnt, betreiben wir eine Take-Away-Bar, um unser Bier vor dem Ablaufdatum zu retten und, falls sich diese Krise noch lange hinzieht, einigermassen kostendeckend arbeiten zu können. Auf Unterstützung werden wir aber vor allem angewiesen sein, wenn wir wieder ganz öffnen – kommt an unsere Konzerte und Partys, nehmt eure Freund*innen mit, trinkt etwas und geniesst das Leben und die Musik. Und bis dahin: Vergesst uns nicht!

Und zuletzt: Gibt es Musik „live im Albani“, die ihr gerne vorstellen möchtet?

Wie oben erwähnt machen wir seit dem Lockdown auch Livestreams aus unserem Fumoir, wo Winti-Musiker*innen Akkustikkonzerte geben. Hier eine dieser Rabbit Hole Sessions mit Froggy von der Winterthurer Band Awesome Arnold.

 

AUCH LUST? Liebe Konzertlokal-Betreiber*innen, ihr möchtet Teil dieser Serie sein?
Dann meldet euch bei kurt@putziproductions.com

GUESTLIST: Kurt Werren lebt in Bern, der Libanon ist seine zweite Heimat. Er hat hat ein Flair für fruchtbare Begegnungen und ein Näschen für spannende Frauen und Männer sowie gute Musik. Er betreibt den englischsprachigen Blog The Open Enso und mit seiner Frau May die Künstleragentur Putzi Productions. Hier gehts zu den anderen Teilen der Serie.

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.