Live at X, heute: bee-flat, Bern

Turnhalle Progr © Franziska Scheidegger

Die Coronakrise hat auch die Betreiber*innen von Konzertlokalen hart getroffen. Seit dem 13. März und auf nicht absehbare Zeit können keine Konzerte veranstaltet werden, auf jeden Fall keine mit Publikum im Saal. Wie geht es den Lokalen, wie gehen sie mit der Krise um? Unser Gastautor Kurt Werren hat herumgefragt. Teil 8: bee-flat, Bern. Die Antworten kommen von Lula Pergoletti (Kommunikation und Ticketing), Lea Heimann (Administration, Finanzen und Vermittlung) und Arnaud Di Clemente (Produktions- und Künstlerischer Leiter und Verantwortlicher für die Volunteers, auch Honey-Bees genannt).

Wer ist das bee-flat? Wofür steht ihr? Welche Musik programmiert ihr?

bee-flat ist ein Berner Verein, der zwischen Oktober und Juni jeden Mittwoch und Sonntag in der Turnhalle im PROGR Konzerte veranstaltet. Unser Claim lautet: „Global Sounds, Culture Hug, Very Central“. Unsere Mission ist es, wöchentlich verblüffende internationale und nationale Livemusik nach Bern zu bringen. Das Programm orientiert sich in Richtung qualitativ hochstehender, improvisierter Musik, neue Trends aus der ganzen Welt und regionale Newcomers, die die Hits von morgen vorbereiten.

Wie wirkt sich die Coronakrise auf das bee-flat aus? Wie geht ihr damit um?

Die ganze Veranstalter*innenszene ist von den Massnahmen enorm betroffen. Wir waren die ersten, die die Pforten schliessen mussten und werden wohl die Letzten sein, die wieder Konzerte anbieten können. Für bee-flat sind die Monate März bis Mai sehr wichtig. Sie beeinflussen unsere Einnahmen massgeblich. Bis Ende Saison wurden rund 25 Konzerte abgesagt oder wann immer möglich in den Herbst/ Winter verschoben. Da unser Kerngeschäft, nämlich spannende Musik zu präsentieren, mit einem Mal weggefallen ist und nun der Fokus vor allem auf der Bürokratie liegt, ist es nicht immer einfach, die Motivation aufrecht zu erhalten und visionär zu denken. Dennoch lässt sich bee-flat nicht unterkriegen und arbeitet hinter den Kulissen eifrig an neuen Ideen und Formaten.

Wie plant das bee-flat den Neustart?

Wie es konkret mit bee-flat weitergeht, ist zurzeit nicht ganz einfach zu planen. Das heisst aber nicht, dass wir hinter den Kulissen nicht Szenarien entwerfen. Einige kleinere Formate sind bereits aufgegleist und können bei Bedarf aus dem Köcher gezogen werden. Es wäre aber zu früh, bereits heute ein mögliches Programm zu kommunizieren.

Wie kann man das bee-flat unterstützen, aktuell und überhaupt?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um uns während der Krise zu unterstützen: Man kann etwa auf eine Rückerstattung der Tickets bei ausgefallenen oder verschobenen Konzerten verzichten. Auch der Erwerb von Gutscheinen und Konzertabonnements hilft uns, zumal diese Art von Hilfe auch noch nach der Krise wirkt. Des Weiteren wurden auch die Ticket-Anbieter kreativ: PETZI hat den Solidaritätsfonds „Community-Fund“ eingerichtet sowie eine imaginäre Veranstaltung erstellt, wo ganz normal Tickets gekauft und somit Geld gespendet werden kann. Alle Informationen dazu findet man auf unsere Webseite.

Und zuletzt: Was kannst du mir zum Konzert von Frida am 23. Februar 2020 im bee-flat sagen?

Das Konzert von Frida war natürlich ein weiteres Highlight in unserer sehr gut angelaufenen Saison. Mit ihrer authentischen Art konnte sie das bee-flat-Publikum im Sturm erobern. Unvergesslich war auch das Familienkonzert, bei dem sogar die Kleinsten ihre Adaption von Mani Matters „Hemmige“ mitgesungen haben.

 

GUESTLIST: Kurt Werren lebt in Bern, der Libanon ist seine zweite Heimat. Er hat hat ein Flair für fruchtbare Begegnungen und ein Näschen für spannende Frauen und Männer sowie gute Musik. Er betreibt den englischsprachigen Blog The Open Enso und mit seiner Frau May die Künstleragentur Putzi Productions. Hier gehts zu den anderen Teilen der Serie.

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