Live at X, heute: HUMBUG, Basel

Die Coronakrise hat auch die Betreiber*innen von Konzertlokalen hart getroffen. Seit dem 13. März und auf nicht absehbare Zeit können keine Konzerte veranstaltet werden, auf jeden Fall keine mit Publikum im Saal. Wie geht es den Lokalen, wie gehen sie mit der Krise um? Unser Gastautor Kurt Werren hat herumgefragt. Teil 9: HUMBUG, Basel. Die Antworten kommen von Nadja Buehrer, Stefanie Thierstein und Gian Luca Hofmann, die Programm-Gruppe des HUMBUG.

Wer ist das HUMBUG? Wofür steht ihr? Welche Musik programmiert ihr?

Wir sind in erster Linie ein Veranstaltungsort für Musik, aber auch für jegliche Livekünste und für Ausstellungen oder was es sonst noch gibt oder geben könnte. HUMBUG ist ein Haufen unterschiedlichster Menschen, die sich zum Ziel gesetzt haben, durch kollektives Erarbeiten einen Ort für das Quartier und für verschiedenste Menschen/Gruppen/Szenen zu schaffen.

Wie wirkt sich die Coronakrise auf das HUMBUG aus? Wie geht ihr damit um?

Uns geht es wie allen Kulturorten: Wir leben von und für Veranstaltungen und sind ein Ort, an dem Menschen auch dichtgedrängt gemeinsam feiern können (was im Moment nicht möglich ist). Dazu kommt die momentane Planungsunsicherheit und das Beantragen finanzieller Unterstützung; beides bedeutet viel Arbeit. Es ist wie bei den Bauersleuten, die eine Missernte trifft: Die tatsächlichen Auswirkungen dieser Zeit werden wir wohl erst später erfahren. Gleichzeitig sind wir sehr froh über die Unterstützung, die wir von allen Seiten erfahren und über den Zusammenhalt, der trotz allem entstanden und spürbar ist.

Wie plant das HUMBUG den Neustart?

Wir sind ständig dabei neu- und umzuplanen und versuchen, für die nähere Zukunft regionalen und lokalen Künstler*innen die Möglichkeit zu bieten, bei uns auftreten zu können. Auch ist es uns ein grosses Anliegen, dass das HUMBUG ein Ort wird, an dem „Mensch sich wohl fühlt“ und gerne verweilt. Der Zeitpunkt für eine Öffnung mit oder ohne „Normalbetrieb“ ist noch nicht wirklich absehbar, deswegen warten wir alle sehr gespannt auf den 27. Mai. (Das Interview fand vor dem 27. Mai statt. Ob die vom Bundesrat neu angekündigten Corona-Regeln dem HUMBUG volle Klarheit bezüglich einer Wiedereröffnung gebracht haben, ist fraglich. Anm. d. Red.)

Wie kann man das HUMBUG unterstützen, aktuell und überhaupt?

Kommt und feiert mit uns oder spielt ein Soli-Konzert, sobald wir wieder öffnen können. Bis dahin gibt es die Möglichkeit, Freund*in des HUMBUG zu werden, oder direkt zu spenden, oder nützliche und schöne HUMBUG-Stücke über die Kulturklinik und über uns direkt zu erwerben. Zudem bieten wir in Zusammenarbeit mit anderen auch Stream-Konzerte und DJ-Sets an.

Und zuletzt: Gibt es Musik “live im HUMBUG”, die ihr gerne vorstellen möchtet?

Die Stream of Doom Reihe ist eine Kooperation zwischen Tales of Doom, Kulturklinik, Quarterdeck Basel, Hirscheneck Basel und HUMBUG. Die Band Echolot hatte im April für zehn Tage das HUMBUG gemietet, um Aufnahmen für ihr neues Album zu machen. Diese neuen Lieder wurden im Stream präsentiert. Echolot gehören definitiv zu den besten Doom-Bands, die Basel zu bieten hat. Langgezogene Lieder (die sind ja nicht mehr die Norm), melodisch und doch hart. (Falls folgendes Video nicht funktioniert, hier der Link zu Facebook)

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GUESTLIST: Kurt Werren lebt in Bern, der Libanon ist seine zweite Heimat. Er hat hat ein Flair für fruchtbare Begegnungen und ein Näschen für spannende Frauen und Männer sowie gute Musik. Er betreibt den englischsprachigen Blog The Open Enso und mit seiner Frau May die Künstleragentur Putzi Productions. Hier gehts zu den anderen Teilen der Serie.

 

 

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