Live at X, heute: KUFA Lyss

Die Coronakrise hat auch die Betreiber*innen von Konzertlokalen hart getroffen. Seit dem 13. März und auf nicht absehbare Zeit können keine Konzerte veranstaltet werden, auf jeden Fall keine mit Publikum im Saal. Wie geht es den Lokalen, wie gehen sie mit der Krise um? Unser Gastautor Kurt Werren hat herumgefragt. Teil 4: KUFA, Lyss. Die Antworten kommen von Daniela Eicher-Hulliger, Geschäftsleiterin der KUFA Lyss.

Wer ist die KUFA Lyss? Wofür steht ihr? Welche Musik programmiert ihr?

Die Kulturfabrik KUFA Lyss ist seit mehr als 20 Jahren eine kulturelle Institution in der Gemeinde Lyss und seit der Neueröffnung im Jahr 2010 nicht mehr aus der Schweizer Kulturszene wegzudenken. Pro Saison geniessen rund 45’000 Besucher*innen Konzerte jeglicher Stilrichtungen, Partys, Theatervorstellungen, Schüler-Discos, Comedy, Kleinkunst und Vorträge.  Unter dem Motto „Die KUFA ist für Alle da“ organisieren wir ein Programm, bei dem sich nationale und internationale Live-Acts in Lyss die Klinke in die Hand drücken. Und wenn keine Konzerte laufen, dann machen DJs Stimmung bei den verschiedensten Partys. In der KUFA findet jeder etwas, das ihm gefällt!

 

Wie wirkt sich die Coronakrise auf die KUFA aus? Wie geht ihr damit um?

Die Auswirkungen sind massiv. Die KUFA musste ihre Tore schliessen und sämtliche Konzerte mussten verschoben resp. abgesagt werden. Das Haus steht seit Mitte März leer. Ausserdem macht uns die aktuell herrschende Planungsunsicherheit grosse Schwierigkeiten. Wir haben keine Ahnung, ab wann wir wieder veranstalten dürfen. Bis im September können wir überleben – ab dann haben wir ein schwerwiegendes Problem.

Wie plant die KUFA Lyss den Neustart?

Wir haben sämtliche Events in den Herbst/Winter, resp. ins Jahr 2021 verschoben. Ende September würde das alljährlich stattfindende Rockabilly Festival auf dem Plan stehen. Eine Grossveranstaltung, an der täglich über tausend Personen in der KUFA ein- und ausgehen. Wir hängen zwischen sämtlichen Stühlen und Bänken und wissen nicht, ob und wie wir planen können. Da wir mit kleinen Öffnungsschritten rechnen, besprechen wir im Moment verschiedenste Szenarien. Zuoberst steht dabei die Frage: ab wann macht es überhaupt Sinn, die KUFA zu öffnen? Ab 50, 100 oder 150 Gästen? Wann ist ein Minus vorprogrammiert? Denn schon nur den Betrieb hochzufahren kostet Geld. Geld, dass wir dann irgendwie wieder reinbringen müssen.

Wie kann man die KUFA Lyss unterstützen, aktuell und überhaupt?

In dem man beispielsweise gekaufte Tickets nicht rückerstatten lässt. Oder unser Crowdfunding unterstützt. Oder einfach sonst etwas spendet. Und selbstverständlich, indem man jetzt schon Tickets für die angekündigten Shows im Herbst und Winter 2021 kauft.

Und zuletzt: Gibt es Musik „live in der KUFA“, die du gerne vorstellen möchtest?

Ja, Troubas Kater. Eine meiner Lieblingsbands.

 

AUCH LUST? Liebe Konzertlokal-Betreiber*innen, ihr möchtet Teil dieser Serie sein?
Dann meldet euch bei kurt@putziproductions.com

GUESTLIST: Kurt Werren lebt in Bern, der Libanon ist seine zweite Heimat. Er hat hat ein Flair für fruchtbare Begegnungen und ein Näschen für spannende Frauen und Männer sowie gute Musik. Er betreibt den englischsprachigen Blog The Open Enso und mit seiner Frau May die Künstleragentur Putzi Productions. Hier gehts zu den anderen Teilen der Serie.

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