Live at X, heute: musigbistrot, Bern

Die Coronakrise hat auch die Betreiber*innen von Konzertlokalen hart getroffen. Seit dem 13. März und auf nicht absehbare Zeit können keine Konzerte veranstaltet werden, auf jeden Fall keine mit Publikum im Saal. Wie geht es den Lokalen, wie gehen sie mit der Krise um? Unser Gastautor Kurt Werren hat herumgefragt. Teil 5: musigbistrot, Bern. Die Antworten kommen von Joanne van Spyk, Leiterin des Kulturprogramms im musigbistrot. 

Wer ist das musigbistrot? Wofür steht das musigbistrot? Was ist eure Mission, was programmiert ihr?

Für das Kulturprogramm im musigbistrot ist der Verein musigbistrot zuständig, der Gastronomiebetrieb wird von der Genossenschaft gastrobeat geführt. Unser kulturelles Programm steht für Vielfalt. Dies im Hinblick auf die verschiedenen Formate (Konzerte, Jam Sessions, Poetry Slam Events und Filmabende), aber auch auf musikalische Vielfalt. So programmieren wir Musik aus aller Welt, aber auch Pop/Soul und Jazz. Unsere Mission ist es, den Menschen Einblick in die kulturelle Vielfalt zu geben und ihnen Neues zu zeigen. Für uns ist Kultur mehr als Unterhaltung. Kultur ist Austausch, Kultur ist Neues entdecken, Kultur ist Begegnung.

Wir wirkt sich die Coronakrise auf das Musigbistrot aus? Wie geht ihr damit um?

Die Corona-Krise hat uns hart getroffen. Seit dem 17. März sind alle kulturellen Veranstaltungen abgesagt. Der weitere Verlauf der Krise wird bestimmen, wie sich das auf das musigbistrot als Ganzes auswirken wird. Im Verein sind wir einerseits mit der Abfederung der finanziellen Auswirkungen beschäftigt, versuchen aber gleichzeitig auch nach vorne zu schauen und Neues anzugehen.

Wie und was plant das musigbistrot, wenn ihr wieder starten könnt?

Derzeit gibt es noch das Problem, dass wir nicht wissen wann und unter welchen Bedingungen wir wieder Kultur veranstalten dürfen. Das macht die Planung schwierig. Aber sobald wir diesbezüglich mehr wissen, haben wir sicher schnell viele gute Ideen! Das fünfjährige Bestehen unserer Genossenschaft würden wir gerne gebührend feiern. Und natürlich veranstalten wir so bald als möglich wieder Konzerte, Poetry Slam Events, Jam Sessions und Filmabende.

Wie kann man das musigbistrot in diesen Zeiten (und überhaupt!) unterstützen?

Unterstützen kann uns, wer Mitglied oder Gönner*in des Vereins wird. Ihr erhaltet Eintrittskarten, seid zur jährlichen Vereinsversammlung eingeladen und als Gönner*in könnt ihr euch mit Namen im Bistrot verewigen lassen. Ihr könnt natürlich auch spenden, ohne Mitglied zu werden. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Und dann noch etwas zur Musik: Was kannst du mir zu Flugen aus Beirut und diesem Konzert am 29. Februar sagen (als Bookerin, aber auch als Fan)?

Das Konzert von Flugen wird mir auch deshalb speziell in Erinnerung bleiben, weil es mein letztes vor dem Lockdown war. Die energiegeladene elektronische Musik von Maya Aghniadis, die warme Stimme von Frida, die schönen Momente mit den Gästen und Künstlerinnen sowie die gute Stimmung begleiten mich seither und während diesem physical Distancing-Marathon. 

 

Apropos: „Poupayee“, das neue Album von Flugen, erscheint am 12. Juni 2020. Hier ist ein pre-save Link für Spotify und Apple Music.

AUCH LUST? Liebe Konzertlokal-Betreiber*innen, ihr möchtet Teil dieser Serie sein?
Dann meldet euch bei kurt@putziproductions.com

 

GUESTLIST: Kurt Werren lebt in Bern, der Libanon ist seine zweite Heimat. Er hat hat ein Flair für fruchtbare Begegnungen und ein Näschen für spannende Frauen und Männer sowie gute Musik. Er betreibt den englischsprachigen Blog The Open Enso und mit seiner Frau May die Künstleragentur Putzi Productions. Hier gehts zu den anderen Teilen der Serie.

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.