Madeleines mit Pascal

Jetzt muss ich pressieren: Heute Abend schon spielt Pascal Gamboni im Kofmehl. Unter anderem seine neue Single „Bien di Sera“, denke ich. 

Es ist unter Musikern ja Mödeli geworden, nur noch einen Song rauszuhauen statt ein ganzes Album, aus welchen Gründen auch immer. Für uns Musikjournalistinnen bedeutet das: Entweder ignorieren oder über nur ein Lied schreiben – beides tut uns jeweils ein bisschen weh – auch aus verschiedenen Gründen. Also mir jedenfalls.

Letzte Woche ist da aber dieses Stück des Bündners Pascal Gamboni rausgekommen. Er spielt heute im Kofmehl in Solothurn (ich dachte erst, aber da spielen doch heute auch Chlyklass! Aber die sind erst morgen, ja, bravo, Nullmeldung total, also, Schleichwerbung eher, haha) als Support von The Opposite, kenn ich nicht, aber es geht ja auch um was anderes: Es gibt ja auch in der Musik so was wie einen Madeleine-Moment. Bei mir löst ihn Cat Stevens aus. Oder Elvis. Näher will ich jetzt nicht darauf eingehen, aber da ist noch was: Alles Romanische. Und darum liebe ich Gambonis Single – „Bien di Sera“ heisst sie. Sie katapultiert mich zurück in die Kindheit, zurück an einen Engadiner Holztisch, Suppe gabs jeweils auch, ich lauschte der fremden Sprache, die damals gar nicht so fremd war, aber es waren andere Zeiten, und es war alles noch gut. Auch, weil wir Huaralümmels* waren, wie Arno Camenisch sagen würde, und mit dem war Gamboni ja auch schon unterwegs.

Kristen Stewart war auch schon im Engadin. Pascal Gamboni sicher auch, kommt aber aus Sedrun.   

Aber eben, ich muss jetzt pressieren mit Schreiben, Liedermacher Gamboni erscheint schon bald auf der Bühne, nächste Woche übrigens auch wieder, weit weg in Groningen NL, am Eurosonic-Festival, wovon uns Rockette Dominique berichten wird (haha, so setzt man Druck auf). Also, trotz des ganzen Stresses haben wir Pascal Gamboni noch gefragt, welche drei rätoromansichen Songs man kennen muss.

Curdin Nicolay: „Nuova Cità

Corin Curschellas: „Al Mar 

Ursina: „La Stad Ei Vargada

Zwar habe ich noch das Romanisch-Lehrbuch, verstehen tu ich trotzdem fast nichts mehr. Spielt keine Rolle. Schön sind sie, alle zusammen, mit oder ohne Madeleine.

Chau!

* Arno Camenisch in: „Hinter dem Bahnhof“, Verlag Engeler, 2015.

Bilder: Giphy, Promo

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