Giant Moa oder vom Coolwerden mit gigantischen Dinornithiformes

Dinornwhat? Das waren flugunfähige Laufvögel, die es in Neuseeland gab. Schon ewig her. Sind heute ausgestorben. Wie so viele Tierli. Sad story. Aber eigentlich will ich auf etwas anderes hinaus.

Wissenschaftlich benamselt wurden Dinornithiformes von einem Typen namens Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte. Geiler Name. Die straussenähnlichen Tiere heissen umgangssprachlich Moas, im Singular Moa. Und es hat eine Gattung gegeben, die sehr gross war. Gigantisch. Gigantische Moas. “Too much, too much, too much, too much” für euch, würde Bonaparte singend fragen. Also nicht der Charles Lucien Jules Laurent. Sondern “Computer in Love“-Bonaparte, der sich ja leider vor ziemlich genau einem Jahr als solcher verabschiedet hat.

Also jetzt haben wir zwei Bonapartes und einen flugunfähigen, grossen Laufvogel. Und da wir ja antii, antiiii Aussterben von Tieren sind, sind wir irgendwie froh, dass es immerhin einen gigantischen Laufvogel-Ersatz gibt, der sogar – wie ein Teil der damaligen Band von Bonaparte, welch Zufall – in der Schweiz sesshaft ist:

*Trommelwirbel*

GIANT MOA!

Ja, endlich kommt sie auf den Punkt, gell. Giant Moa ist eine Berner Band, hat wenig mit Charles Lucien Jules Laurent am Hut und macht geile Stromgitarrenmuisig. Ich habe schon mal von ihnen geschwärmt, nämlich als sie die Vorband von Dirty Sound Magnet im Chessu z’Bärn waren, guckst du hier. Was jetzt wirklich cool wäre: Wenn damals zusätzlich noch Bonaparte gespielt hätte, höhö. Oder Jeans for Jesus. Auch eine Schweizer Band. So viele Bands aus der Schweiz, so viel Coolness. Und heckin’ why jetzt noch Jeans for Jesus? Weil – und jetzt kommts wirklich – Giant Moa eine neue EP veröffentlicht hat und einer dieser drei Songs heisst “Jeans”.

So schliesst sich der kurlige Kreis.

Giant Moas’ EP heisst “I Will Never Be Cool” und das ist so lustig, weil sie sind ja total cool, diese Jungs, und haben noch so coole Shirts, und taufen ihre EP dann so.

Speaking about: Sie verkaufen wirklich erstklassige Shirts.


Man nennt das Merchandise und das hat man anno dazumal an Konzerten gekauft. Um die Band zu unterstützen und jedem stolz ins Gesicht zu drücken, welch guten Musikgeschmack man hat. Ich bin ultra fan von diesem Shirt, bekomme immer viele Komplimente. Wollt ihr auch so ein Angeber-Shirt? Könnt ihr hier kaufen: giantmoa.bandcamp.com/merch

Für die, die jetzt immer noch nicht checken, um was es hier eigentlich geht: Giant Moa spielen Psychedelic Rock/Krautrock/Garage. Die Art von Musik, bei der man automatisch abdriftet und zeitgleich luftgitärrelen möchte, also die gute Sorte. “I Will Never Be Cool” knüpft an ihr erstes Meisterwerk “Talksleeping” an, ist aber noch etwas abgedrehter. Bei beiden gilt: Man hört sie gern durch, wenn fertig, spielt man sie nochmals von vorne ab. Und beide EPs gibts als Kassettli zu kaufen. Und was tatsächlich einfach wahnsinnig cool ist: Giant Moa haben “I Will Never Be Cool” selbst aufgenommen und gemixt.

Und jetzt die einzig wirklich traurige Nachricht. Leider gibts ihre Masterpieces nicht auf CD oder Vinyl zu kaufen. Und wer jetzt sagt: “Aber hey, ich möchte die EPs nicht nur digital, sondern auf die coole Oldschool-Art hören und an Post-Corona-Partys angeben können, aber ich habe keinen Kassettlirecorder Zuhause …” Dann sage ich: “Kauf dir im Brocki um die Ecke einen. Für die Giant Moa-EPs lohnt es sich allemal. Und du bist fix an jeder Party dä Sibäsiäch”.

Und da ihr nun etwas über Dinornithiformes, Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, den anderen Bonaparte, Jeans for Jesus und Giant Moa gelernt und einen Gratistipp zum Coolwerden erhalten habt, könnt ihr jetzt schon bitzli sagen (aber nur mit tiefer Terminator-Stimme): “I will be cool”.

GIANT MOA: “I Will Never Be Cool”, out (Taxi Gauche Records).

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