Mystische Perle

Ich weiss, ich bin leicht zu begeistern. Ich finde Menschen schnell super, mache jeden Scheiss mit und lasse mich so ziemlich überallhin mitschleppen. Aber ich weiss auch, wenn etwas wirklich wirklich überdurchschnittlich gut ist. So wie „New Land“, das neue Album der Berner Musikerin Adaya.

Ich kann mir auf Anhieb einige Bekannte vorstellen, deren Sache diese Mischung aus keltischer Musik, Folk mit sowohl englischem wie amerikanischem Touch beim ersten Hinhören nicht ist. Zu fremd vielleicht, zu gipsy, Neuland eben, obwohl Adaya altbekannte musikalische Traditionen und Instrumente in ihren Sound einfliessen lässt.

Fair enough. Auf mich wirkt Adayas zweites Album aber eher wie eine natürliche Erfrischung. Und wem das zu kühl klingt: wie eine vertonte Umarmung. Warm, weich, zum Reinliegen. Ausserdem liegt „New Land“ alles andere als quer in der Pop-Landschaft, kommt also weder aus einer anderen Zeit noch einer fernen Welt. Hört euch mal „It’s Alright“ an, oder „Little Bird“. Diese Nummern sind weniger explizit mystisch als andere und für die Allgemeinheit somit sicherlich wohliger, vertrauter. Ob spontan verliebt oder vorsichtig herantastend – ich rate euch, lasst euch auf dieses Album ein. Es ist eine Perle.

 

Übrigens: Adaya hatte die coolste Grossmutter ever – die englische Kräuterfrau Juliette de Bai͏̈racli Levy (hier gehts zum Dokumentarfilm über sie). Sie war bis zu ihrem 90. Lebensjahr auf Achse, liebte Tiere, Menschen und die Natur und schrieb Bücher wie „Das Kräuterhandbuch für Hund und Katze“ oder „Besser rauchen ohne Tabak“. Und sie schrieb Gedichte, drei davon („War Blinded“, „Gipsy Line“ und „Sea Fever“) haben es in Form von Songs auf Adayas Album geschafft. Und sie fassen das zusammen, was die Songwriterin den Menschen weitergeben möchte: bekriegt euch nicht, denn wir sitzen alle im gleichen Boot.

*** Hier verlosen wir 3×2 Tickets für die Albumtaufe am 22.02. in der Spinnerei, Bern. Für jeden Gewinner gibts zusätzlich ein Album ***

(Bild: Adaya)

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