Musik für den Moment

Eine komische Sache ist das, mit diesen Tall Heights. Ich höre das neue Album “Neptune” diese Tage rauf und runter. Wies klingt, kann ich trotzdem nicht auf Anhieb sagen.

Auf Wikipedia wird das Bostoner Duo (Tim Harrington, Gesang/Gitarre und Paul Wright, Gesang/Cello) mit Bon Iver und Arcade Fire verglichen. Mir aber kommen partout die Bee Gees in den Sinn. Das ist zuweit gedacht, sagt ihr? Mag sein. Zu den Tall Heights kann man eben auch extrem weit denken. Man will nicht permanent wissen, was sie singen und warum. Mich hat bis zum ersten Buchstaben dieses Posts nicht einmal interessiert, woher die stammen und wie sie aussehen (dass sie daherkommen wie zwei klassische Folk-Singer-Songwriter, also bärtig, hemdtragend, schön, sensibel, hat mich zu 0,0 Prozent überrascht). Die Tall Heights sind einfach da, wenn sie da sind. Und wenn sie weg sind, sind sie weg.

Obwohl ihr Sound in etwa so aufdringlich ist wie ein weisses Blatt Papier an einer weissen Wand, möchte ich nicht gesagt haben, er sei langweilig! Das (im Stehen gespielte) Cello und die Gitarre geben dem ganzen Projekt trotz Kabelsalat einen gewissen Naturtouch. Ausserdem lebt die Band sowohl ihren orchestralen wie auch ihren Ruheanspruch mit Leidenschaft aus, was die immergleiche Grundstimmung doch ziemlich variantenreich macht. Und so anschmiegsam. Die Songs verweben sich ebenso leicht mit nächtlichem Regengeräusch wie mit dem morgendlichen Vogelgezwitscher, sie heben die Laune und dämpfen die Wut, sie sind für alle Fälle. Gut.

Und ja, so abwegig ist der Vergleich mit den Bee Gees gar nicht. Harrington und Wright singen passagenweise sehr hoch. Tall Heights, logo.

TALL HEIGHTS: “NEPTUNE”, out (Masterworks)

(Pressebild)

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