Wer singt denn da so herzzereissend?

Freya Ridings ist die neue Balladen-Queen. Das hat die Londonerin bereits mit einem Rekord im Jahr 2018 bewiesen. Reality-TV sei Dank. Am 28. Januar liefert sie den Live-Beweis im Zürcher Kaufleuten.

Ich höre eigentlich nonstop Musik. Selbst wenn grad mal keine läuft. Die Jukebox in meinem Kopf macht niemals Pause (ja, es muss eine Jukebox sein, sieht einfach am schönsten aus). Aktuell in Dauerschleife: “Castles” von Freya Ridings aus London. Ein zeitgemässer, poppiger Ohrwurm. Viel zu mainstream, höre ich von meinem Umfeld. Solche Kommentare haben mich noch nie gestört. Der Song hebt meine Laune. Punkt.

Rein musikalisch gesehen, ist Freya Ridings der weibliche Lewis Capaldi. Ihre Balladen sind genauso melancholisch und emotionsgeladen. Genauso chartstauglich. Oder halt eben mainstream. Und auch ihre Stimme sticht heraus. 

Freya singt tief, kristallklar, mit viel Vibrato. Zwar, als ich “Castles” zum ersten Mal zufällig am Radio hörte, fragte ich mich, ob das wohl ein neuer Song von Florence Welch sei. Eine gewisse Ähnlichkeit ist unbestreitbar, besonders bei diesem Titel. 

Den Durchbruch in ihrer Heimat schaffte Freya bereits 2018. Als ihr Song “Lost Without You” in der britischen Version der Datingshow “Love Island” lief, verzeichnete die Musikerkennungs-App Shazam mit 15’000 Shazam innerhalb von 24 Stunden einen neuen Rekord. Alle wollten wissen, wer da so herzzereissend singt. Und zack, schon landete Freya in den Top 10 der UK Single Charts. 

Nach zwei ersten Alben – “Live at St Pancras Old Church” (2017) und “Live at Omeara” (2018) – veröffentlichte Freya Ridings 2019 ihr selbstbetiteltes erstes Studioalbum. Darauf zu finden, natürlich, viele Balladen. Manche hätte ich mir etwas reduzierter gewünscht. Nur Freya und ihr Klavier. Dann kommt ihr Talent meiner Meinung nach am besten zur Geltung. Auch die paar klassischen Popsongs, wie eben “Castles” oder “Love is Fire” oder das treibende “Holy Water” mit Gospelchor gefallen mir gut. Die 25-Jährige komponiert ihre Songs selbst und spielt neben Klavier auch Gitarre. Ihr Handwerk hat sie an der berüchtigten Brit School gelernt, die auch schon Künstlerinnen wie Adele oder Amy Winehouse hervorbrachte. Dass man sich dort einkaufen muss, ist übrigens ein Irrglaube. 

Da wirs vorhin gerade von TV hatten: Freyas Vater ist Schauspieler Richard Ridings, der unter anderem in “Planet der Affen – Prevolution” oder “Der Pianist” zu sehen war. Fun Fact: Er spricht zudem in der englischen Version der auch hierzulande von Kindern heiss geliebten Zeichentrickserie Peppa Wutz (engl. “Peppa Pig”) den Schweinchen Daddy. 

Durch Papas Auftritt bei “Game of Thrones” ist vermutlich auch der Kontakt zwischen Freya und den beiden GoT-Schauspielerinnen Maisie Williams (Arya Stark) und Lena Headey (Cersei Lannister) entstanden. Beide haben beim Musikvideo zu “You Mean the World to Me” mitgewirkt.

FREYA RIDINGS: Debütalbum “Freya Ridings, out (Island Records)

LIVE: Dienstag, 28.01.2020, Kaufleuten, Zürich.

(Bild: Freya Ridings Facebook / GIF: Giphy.com)

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