You change the way I feel

Der Anfang verlief harzig. Dann ging mir das Herz auf. Und ich verliebte mich so richtig krass in Kim Wilde (wieder einmal), ihre “Wilde Winter Acoustic”-Belegschaft, ja, sogar in den Christbaum, der auf der Bühne stand.

Es ist superpeinlich, aber ich kam superzuspät zu Kim Wilde. Man befinde sich “weit in der zweiten Hälfte” des unplugged-Konzerts, sagte der Türsteher vom Bierhübeli und verwies mich an die Bar.

Das Konzert war nämlich gestuhlt, genau wie jenes, von dem ich gerade kam: Oesch’s die Dritten. Ja, ohne Scheiss, irgendwie muss ich ja Geld verdienen. Und so wahnsinnig grosse Unterschiede gabs dann imfall nicht. Auch bei Oeschs sang eine mit einer Stimme, die mir Hühnerhaut beschert – je nachdem. Auch bei Oeschs gabs ein Weihnachtslied, aber okay, das war richtig schlecht. Ah, vielleicht gibts doch nicht so viele Gemeinsamkeiten. Selbst wenn Kim Wilde sagte, der Sternenmarkt in Bern sei “tiptop”*, und auf der Tote Bag der Oeschs steht glaubs auch tiptop.

Item. Ich also viel zu spät, beschloss deshalb, am Anfang schnell Merch zu kaufen, damit ich mich nachher ganz auf das Konzert konzentrieren könnte und nicht immer an den Fan Bag mit Autogrammkarte, T-Shirt und CD nach Wahl denken müsste. Das ging aber nicht, weil keine Kartenzahlung (ich so: Und Twint? Die Frau am Merchtisch: Was ist das?*), holte mir stattdessen Rotwein im Plastikglas, geriet in Panik und schoss schon mal völlig hirnlos ein Foto von der Bühne. Man sah überhaupt nichts, und es blitzte. Superpeinlich, schon wieder. Der Bendel vom Handtäschli ging dann auch noch kaputt.

So peinlich. Ich. Nicht die andern.

All fucking great.

Also tat ich das einzig Richtige, denke ich: Leerte das Glas in einem Zug, verstaute das Handy im Stiefel und schloss die Augen.

Kim Wilde setzte sich währenddessen die Christbaumdeko auf den Kopf.

Und alles wurde gut, obwohl ich so ahnungslos war. Die Location war grossartig. Das Setting auch. Kim Wilde war grossartig. Das Konzert war grossartig. Die Sängerin, deren Namen ich nicht mitbekommen habe, war grossartig (vielleicht war es Scarlett Wilde, die Nichte von Kim, die das Cover zu “Here Come The Aliens” gemalt hat, ich bin aber nicht sicher), der Gitarrist auch, und Kims Bruder Ricky sowieso. Der hatte “Kids in America” geschrieben, das war das letzte Lied an diesem Abend. Vorher war ich nicht sicher, ob sie “You came … ” in “UK” abgeändert hatte, würde ja passen, oder? Und “You keep me hangin’ on” und ein Weihnachtslied, ich war aber weggetreten, weil ich einfach wieder mal – endlich! – nur noch etwas fühlte an einem Konzert: Entzücken. Glück vielleicht.

You came, und der Sonntagabend wurde erträglich. Also, viel mehr als das. Wunderschön.

* Der Depression, dass Kim Wilde zwei Tage, nachdem wir unseren Stand am Markt abgebaut hatten, ebendort spazieren ging, gebe ich mich morgen hin. Dass man bei uns mit Twint bezahlen konnte und immer noch kann, sage ich jetzt schon.

PS: Das Album zur Tour heisst: “Wilde Winter Songbook”. Wenn ihr wissen wollt, wie das Konzert NICHT war, schaut euch den Trailer dazu an 🙂

 

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